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Neuer Bischof:Münster hat einen neuen Bischof

Heiner Wilmer hat am 21. Juni das Amt des Bischofs von Münster übernommen. Die Feier im Sankt-Paulus-Dom war voller Symbole.
Zur Amtseinführung bekam Wilmer (Mitte) unter anderem ein Fahrrad und einen Laib Pumpernickel – typische Gegenstände aus der Region.
Datum:
28. Juni 2026
Von:
Anita Hirschbeck

Heiner Wilmer ist Bischof von Münster. Unter langem Applaus übernahm der 65-Jährige am 21. Juni im voll besetzten Sankt-Paulus-Dom in Münster sein neues Amt. Damit hat Deutschlands mitgliederstärkstes katholisches Bistum nach rund 15 Monaten wieder einen Bischof. Am Ende des Gottesdienstes bestätigte er den bisherigen Generalvikar Klaus Winterkamp (60) im Amt.

Während der Feier im Dom brachten Gläubige ein Fahrrad und einen Laib Pumpernickel in den Altarraum. Ein Grußwort sprach unter anderem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Nach dem Gottesdienst lud das Bistum Münster zu einem Fest der Begegnung vor die Kathedrale ein.

Wilmer: Sich zum Glauben bekennen

In seiner ersten Predigt im Amt rief Wilmer auf, sich zum Glauben zu bekennen. Wer dabei Angst habe, anzuecken und missverstanden zu werden, den halte Gott. Über das Thema des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche sprach der Ordensmann nicht direkt. Er erinnerte jedoch an die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848), die aus dem Bistum Münster stammt, und ihre Erzählung „Die Judenbuche“.
Die Stimme von Gewaltopfern berühre auch heute noch, sagte Wilmer. „Es sind die Geschichten von Überlebenden von Machtmissbrauch. Geschichten, die lange nicht gehört wurden. Geschichten, die uns nicht in Ruhe lassen dürfen.“ In einem WDR-Interview am Abend betonte Wilmer, dass es in der katholischen Kirche darum gehe, dass Kirche in Zukunft ein sicherer Ort sei und einen Schutzraum für Kinder biete. Vertrauen müsse weiter aufgebaut werden. Er verwies zudem auf eine intensive Präventionsarbeit für Mitarbeitende im Bistum Münster.

Urkunde, Bischofsstab – und Pumpernickel

Zu Beginn der Feier erinnerte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki daran, dass Wilmer von Papst Leo XIV. in das Amt des Bischofs von Münster berufen worden ist. Nicht durch menschliches Kalkül, sondern durch den Heiligen Geist kämen die Menschen in dieser Stunde zusammen. Das Bistum Münster gehört zur Kölner Kirchenprovinz.

Im Anschluss wurde die päpstliche Ernennungsurkunde übergeben. Dann brachten Gläubige in Anlehnung an einen Brauch im Bistum Münster den Bischofsstab des Heiligen Liudger zum Altar. Sie vertraten eine Gruppe von Laien, die erstmals im Bistum Münster an der Vorbereitung der Bischofswahl beteiligt war.

Während der Fürbitten brachten Gläubige weitere Gegenstände in den Altarraum, unter anderem ein Fahrrad und einen Laib Pumpernickel – beides typische Gegenstände aus der Region.

Wilmer ist seit Februar auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Kritikern dieser Doppelbelastung entgegnete er im WDR: „Ich bin ein Teamplayer. Mein inneres Motto ist: Alleine bin ich schnell, aber gemeinsam kommen wir weiter.“ Er vertraue auf die guten Mitarbeiter in Münster, bei der Bischofskonferenz in Bonn und dem katholischen Büro in Berlin.

In einem Grußwort nach dem Gottesdienst rief Ministerpräsident Wüst die Kirche auf, sich Extremisten entgegenzustellen. „Extremisten und Spalter haben es dort immer schwer, wo der Zusammenhalt groß ist“, sagte Wüst. Die Kirchen hätten diese Kraft.

An der Feier im Dom nahmen zahlreiche Gäste aus Politik und Kirche teil, neben Wüst auch die stellvertretende niedersächsische Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Grüne). Die Glückwünsche der Deutschen Bischofskonferenz überbrachte Wilmers Stellvertreter, Bischof Michael Gerber.