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Migration:Würde und Recht achten

Viele Menschen haben sich von Marokko auf den teils gefährlichen Weg in die spanische Exklave Ceuta gemacht. Die Kirche verteidigt die Regierung – und zitiert den Papst.
Menschen stehen mit Kleidern im Wasser, im Vordergrund ein Soldat
Datum:
10. Aug. 2026
Von:
KNA

Als am 31. Juli innerhalb von 24 Stunden fast 50 000 marokkanische Migranten die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta stürmten, ließ die Kritik an der sozialistischen Regierung nicht lange auf sich warten. Vor allem die rechtspopulistische Vox und Spaniens Konservative stellten einen Zusammenhang zwischen den Geschehnissen in Ceuta und der jüngsten Regularisierung illegaler Migranten in Spanien her. Die spanische Linksregierung hatte bis Ende Juni rund 1,2 Millionen illegalen Migranten in einem außerordentlichen Legalisierungsprozess ein Aufenthalts- und Arbeitsrecht gegeben. 

Die Spanische Bischofskonferenz nimmt die Regierung in Madrid hingegen in Schutz und verteidigt deren Migrationspolitik. „Die Ereignisse in Ceuta stehen in keinem Zusammenhang mit dem außerordentlichen Regularisierungsprozess, der sehr positiv und notwendig war“, erklärte Fernando Redondo, Migrationsdirektor der Spanischen Bischofskonferenz, der Katholischen Nachrichten-Agentur. 

Die Regularisierung war zeitlich auf wenige Monate begrenzt, gilt nur für Personen, die bereits vor dem 31. Dezember in Spanien lebten und bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie etwa die Mindestaufenthaltsdauer und Straffreiheit. Die Menschen, die jetzt nach Ceuta gelangten, könnten von dieser Regelung gar nicht profitieren, so der Migrationsverantwortliche der Bischofskonferenz. 

Bischöfe: Situation politisch  nicht instrumentalisieren 

Redondo von der Bischofskonferenz rief mit Blick auf die Migranten in Ceuta zur Achtung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit auf und warnte davor, die Situation politisch zu instrumentalisieren. Darüber spekulieren derzeit nämlich zahlreiche Medien und Experten. Besonders fiel die Passivität der marokkanischen Grenzbeamten beim Zurückhalten der Menschenmassen auf. 

Ceuta und die zweite spanische Nordafrika-Exklave Melilla sind immer wieder ein Zankapfel zwischen Madrid und Rabat. „Wir erleben in Ceuta gerade ein geopolitisches Schachspiel, in dem Menschen als Spielfiguren geopfert werden“, erklärte Josep Buades, Koordinator beim Jesuiten-Migrationsdienst, in einem Zeitungsinterview am 31. Juli. 

Die Diözese Cádiz und Ceuta drückte ihre „tiefe Sorge über die Schwere der Ereignisse“ aus und wies auf die besondere Verletzlichkeit der Migranten, darunter viele Minderjährige, hin. Am 31. Juli mussten der spanische Seenotrettungsdienst und das Rote Kreuz insgesamt 57 Leichen von Migranten aus dem Mittelmeer bergen, die beim Versuch, die Strände Ceutas zu erreichen, ertrunken waren. 

In einem öffentlichen Brief rief die Diözese dazu auf, „jedes Menschenleben und die Menschenwürde“ zu achten, unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus. Um hierbei zu helfen, stellte sie alle verfügbaren personellen und materiellen Ressourcen der Diözese und der lokalen Caritas-Einrichtungen zur Verfügung. Dabei erinnerte sie an die Worte von Papst Leo XIV. bei seinem jüngsten Spanien-Besuch im Juni: „Die Menschenwürde hat keinen Pass und verliert ihren Wert nicht beim Überschreiten einer Grenze.“ 

Papst verfolgt alarmierende Lage in Ceuta mit Sorge 

Papst Leo XIV. äußerte sich besorgt über die jüngste Massen-Migration in die spanische Exklave Ceuta. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte er am 2. August: „Ich verfolge die alarmierende Lage in Ceuta mit Sorge.“ Er bete zu Gott, dass „Lösungen des Friedens, der Stabilität und der Gerechtigkeit gefunden werden können“. Auf die wieder entfachte europäische Debatte über Migrationspolitik ging Leo XIV. mit keinem Wort ein.