Wallfahrtskirche St. Josef:Seit 80 Jahren Wallfahrtsort

Riegelsberg. Unter dem Motto „Maria, Königin des Friedens“ begeht die Pfarrei dabei dieses Mal eine Jubiläums-Wallfahrtswoche: Vor 80 Jahren, am 15. August 1946, fand die erste Wallfahrt statt.
Maria stehe als Fürsprecherin für Frieden und Hoffnung im Zentrum, wie es in einer Mitteilung der Verantwortlichen heißt – besonders in Zeiten von Krieg, Unfrieden und gesellschaftlicher Zerrissenheit.
Die aus Holz geschnitzte Nachbildung der berühmten Muttergottes von Altötting kam unmittelbar nach dem Krieg in die Pfarrei Güchenbach. Ursprünglich wurde sie für den Administrator und Stiftsdekan der Gnadenkapelle in Altötting, Monsignore Adalbert Vogl, von einem namentlich nicht genannten Künstler angefertigt. In der Riegelsberger Ortschronik von 1980 heißt es dazu anekdotisch, der Künstler habe nur nachts arbeiten können, da das original Gnadenbild tagsüber zur Verehrung ausgestellt war.
1945 nach Riegelsberg, 1946 erste Wallfahrt
Damals freundete sich Elisabeth Friedrich aus Güchenbach, die in den Kriegsjahren nach Altötting evakuiert worden war, mit der Schwester des Stiftsdekans an. Sie wünschte sich ebenfalls ein Abbild der Muttergottesstatue, und so verfügte Vogl, dass nach seinem Tod das Bild nach Güchenbach kommen sollte – mit dem Ziel, dass sich auch dort die Marienverehrung zu einer Wallfahrt entwickelt. Er wurde nur zwei Tage später auf höheren Befehl von SS-Leuten ermordet.
Die Chronik berichtet weiter, dass die Statue an Maria Himmelfahrt 1945 von Bischof Simon Konrad von Passau geweiht und dreimal an das Original angerührt wurde, bevor sie sich auf ihren Weg nach Riegelsberg machte. Dort sei sie am 2. September 1945 durch den Kapuzinerpater Edgar aus Altötting feierlich aufgestellt worden.
Ab 15. August 1946 feierte die Gemeinde die erste Wallfahrtswoche, zu deren Beginn der Trierer Erzbischof Dr. Franz-Rudolf Bornewasser die feierliche Krönung des Gnadenbildes vornahm.
Auch 80 Jahre später findet im Jubiläumsjahr die Eröffnung der Wallfahrt am 15. August statt. Das Festhochamt um 10 Uhr wird von Pater Bernd Werle aus St. Augustin, ehemaliger Provinzial der Steyler Missionare, geleitet. Am Sonntag, 16. August, zelebriert Pfarrer und Gefängnisseelsorger Michael Müller um 10 Uhr die Wallfahrtsmesse.
Am 22. August, dem Gedenktag Maria Königin, steht Abt Frank Bayard, Hochmeister des Deutschen Ordens und gebürtig aus Püttlingen, der Wallfahrtsmesse vor.
Priester mit Bezug zur Pfarrei als Zelebranten
Auch unter der Woche finden jeweils um 9.30 Uhr Eucharistiefeiern statt. Priester, die einen Bezug zur Pfarrei St. Josef haben, sind dabei als Hauptzelebranten und Festprediger eingeladen. Die Chöre aus den Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft, aus den umliegenden Pfarreien und weitere Engagierte gestalten die Feiern musikalisch mit.
Nach jedem Gottesdienst sind alle Mitfeiernden zum Mittagessen (Feiertag und Sonntag) beziehungsweise zum Frühstücksbuffet (werktags) ins Pfarrzentrum eingeladen. Organisiert wird die Begegnung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.
Zudem ist für das Hochfest Maria Himmelfahrt am 15. August um 17 Uhr eine feierliche Vesper geplant. Am 16. August um 17 Uhr gestaltet Roland Kunz ein Konzert.
Zusätzlich ist an den Werktagen in der Wallfahrtswoche am Nachmittag um 16 Uhr jeweils ein Rosenkranzgebet sowie abends um 18 Uhr ein feierliches musikalisches Abendlob vorgesehen.