Kirche St. Pius:Ein Stückchen Pius bleibt

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Als erstes hat es den Kirchturm der Kirche St. Pius getroffen: Dieser wurde Ende Juli abgerissen. In den kommenden Wochen sollen dann das Pfarrhaus sowie das Kirchengebäude selbst rückgebaut werden.
Die Kirche aus dem Jahr 1969, die von dem aus Bad Neuenahr stammenden Architekten Stefan Leuer konzipiert wurde, war bei der Flutkatastrophe vor fünf Jahren beschädigt worden. Da der Wiederaufbau für die Gemeinde zu teuer war, wurde die Kirche 2025 profaniert.
Wir wissen, dass der Abschied bei vielen Menschen Trauer auslöst.
Statement der Pfarrei
„Die Entscheidung ist das Ergebnis eines intensiven Weges, der die Pfarrei und viele Menschen seit der Flutkatastrophe beschäftigt hat“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Pfarrei. In zahlreichen Gesprächen und Beratungen seien unterschiedliche Möglichkeiten geprüft worden, das Gebäude zu erhalten oder einer neuen Nutzung zuzuführen. „Letztlich ließ sich jedoch keine tragfähige Perspektive für eine dauerhafte Weiternutzung entwickeln.“
Trotz Abriss sollen aber zumindest einige Teile der Kirche in einem anderen Rahmen erhalten bleiben. Eine der Glocken läute beispielsweise künftig in St. Laurentius weiter, wie die Pfarrei mitteilt. Zudem sollen einzelne Ausstattungsstücke an anderen Orten eine neue Heimat finden. Für einige „prägende Gegenstände aus der Kirche“ werde derzeit nach geeigneten Orten gesucht. Fenster der Kirche werden in einem Konzertsaal an der Ostsee weiterleben, aber auch in einem Projekt ganz in der Nähe: Elemente der Verglasung erinnern künftig, künstlerisch neu arrangiert, im Hemmessener Dom an die Kirche.
Kein günstiges, aber ein lohnendes Unterfangen
„Auf Anraten des hiesigen Kooperators und Kunsthistorikers Dr. Arno-Lutz Henkel hat sich der Förderkreis Hemmessener Dom dieses Projekt zu eigen gemacht“, heißt es dazu in einer Mitteilung des Förderkreises. Es sei zwar kein günstiges, aber ein lohnendes Unterfangen. Der Förderkreis werde das Projekt durch die Installation einer guten Lichtanlage erweitern, „damit dieser einzigartige Raum für eine flexible Nutzung, liturgisch wie kulturell, einen würdigen Rahmen bietet“.
Das Projekt wird durch eine Spendenaktion unter dem Leitwort „Lichtblicke – Pius im Dom“ begleitet. Den Auftakt bildet eine Ausstellung von Fensterideen von Schülerinnen und Schülern und dem Entwurf der tatsächlichen Umsetzung, begleitet von Führungen und einem Sommerfest im benachbarten DomCafé am Sonntag, den 23. August. Informationen zum Projekt und zu Unterstützungsmöglichkeiten gibt es bei Markus Hartmann, Vorsitzender des Fördervereins, telefonisch unter (01 60) 96 60 98 69.
„Wir wissen, dass der Abschied bei vielen Menschen Trauer auslöst“, erklärt die Pfarrei. „Zugleich sind wir dankbar für alles, was hier gewachsen ist und was Menschen miteinander und mit Gott verbunden hat. Diese Geschichte endet nicht mit dem Gebäude.“
Über die zukünftige Nutzung des Geländes sei bereits intensiv beraten worden, eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen.