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Förderkreis des „Hemmessener Doms“:Glaskunst für den „Bindestrich“

„Lichtblicke – Pius im Dom“ nennt sich ein ehrgeiziges Projekt, das sich der Förderkreis des „Hemmessener Doms“ auf die Agenda geschrieben hat: Fenster aus der früheren Kirche St. Pius sollen in der Kapelle St. Antonius und St. Sebastianus eine neue Verwendung finden.
Im noch immer nicht flutsanierten „Hemmessener Dom“ schaut sich Markus Hartmann zusammen mit  einer Besucherin die Ideen der Zwölftklässler zur Fenstergestaltung an.
Datum:
17. Sept. 2026
Von:
Thomas Weber

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Hemmessener Dom“ – das ist in Wahrheit eine liebevoll so titulierte Kapelle in Hemmessen, einem kleinen Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler zwischen den beiden großen, namensgebenden Stadtteilen. Manche nennen Hemmessen den Bindestrich im Stadtnamen. 
Aber es herrscht dort ein gutes soziales Miteinander, auch wenn der alte Dorftreff schon vor Jahren seine Pforten schloss und lange abgerissen ist. Zudem nahm die Flut von 2021 dem Stadtteil die übrige Gastronomie und Treffpunkte. Aber die Einwohnerschaft stand wieder auf, errichtete ein ehrenamtliches „Dom-Café“ und kommt jetzt wieder zusammen.

Genau 685 Meter zwischen St. Pius und dem „Dom“

Ihre flutbetroffene Kapelle St. Antonius und St. Sebastianus können sie immer noch nicht nutzen. Die Sanierung lässt auf sich warten, die Pfarrei musste erst einmal andere Liegenschaften wiederaufbauen, darunter große Kirchen. Und dann ist da noch „Pius“, oder besser: Pius war da. Pius, das war die nach dem gleichnamigen Heiligen benannte Kirche, genau 685 Meter Luftlinie vom „Dom“ entfernt. Sie waren fast Nachbarn. St. Pius aber wurde ein endgültiges Opfer der Flut, musste wie St. Andreas in Ahrbrück profaniert und niedergelegt werden. 
Vor der Niederlegung im August wurde aus St. Pius noch einiges gerettet: Kunstwerke, der Wetterhahn und die ebenfalls kunstvoll gestalteten Fenster. Letztere finden vorwiegend einen Weg nach Norddeutschland. Aber nicht alle. Denn jetzt kommt das Projekt „Lichtblicke“ ins Spiel. Denn damit soll ein Teil der Piuskirche im „Hemmessener Dom“ eine neue Heimat finden. Elemente der Verglasung sollen dort künstlerisch neu arrangiert werden, so die Pläne des Förderkreises nach einer Idee des Vorsitzenden Markus Hartmann, der als Pastoralreferent im Pastoralen Raum wirkt. Denn die Fenster im „Dom“ sind überwiegend einfach gestaltet. Sie liegen in einer Höhe, die über dem Wasserpegel der Ahrflut lag. Die Folge: Anders als andere Teile der Kapelle wurden sie nicht beschädigt, können beim Wiederaufbau daher auch nicht durch den entsprechenden Fonds bedacht und ersetzt werden.

Für die Umsetzung sind 50 000 Euro Spenden nötig

Hartmanns Idee: neue Fenster aus den alten von St. Pius gestalten, dazu eine neue Lichtanlage. Denn der Raum soll in feierliches Licht getaucht werden, „damit der einzigartige Raum für eine flexible Nutzung, liturgisch wie kulturell, einen würdigen Rahmen bietet“, sagt der Förderkreis-Vorsitzende. 

Ob es umsetzbar ist, hängt in erster Linie von der Bereitschaft der Menschen vor Ort ab, das Projekt zu unterstützen. Denn es muss aus Spenden finanziert werden. Rund 50 000 Euro sind nötig – eine Menge Geld, aber erste Spenden lassen hoffen.

Zum Auftakt gab es eine Ausstellung im immer noch überwiegend entkernten „Dom“. Dort waren Ideen und Pläne zu sehen – Ideen für die Gestaltung der neuen Fenster, wie es sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums Calvarienberg vorstellten. Deren Ideen waren ebenso zu sehen wie der reale  Entwurf der geplanten Umsetzung. Außerdem gab es Führungen durch das Kirchlein sowie ein Sommerfest im benachbarten „Dom-Café“. Das alles brachte erste Gelder in den Spendentopf.

Info

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann seinen Beitrag auf das Konto DE48 5776 1591 1768 8956 00 des Förderkreiseses Hemmessener Dom überweisen.