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Jubiläum:750 Jahre Glaubensgeschichte auf dem Stiftsberg

Vor 750 Jahren wurde mit dem Bau des Gotteshauses für das ehemalige Kollegiatstift St. Maria begonnen. Das Jubiläum hat die Pfarrei Kyllburger Waldeifel St. Anna mit Festmesse und Rahmenprogramm gefeiert.
Bischof Dr. Stephan Ackermann bei der Feier des Pontifikalamtes am Altar, dahinter der Kirchenchor Cäcilia Kyllburg.
Datum:
27. Juni 2026
Von:
Stefan Endres

Kyllburg. Das Pontifikalamt mit Bischof Dr. Stephan Ackermann stand im Zeichen eigens komponierter geistlicher Musik und eines Hirtenstabes aus dem 13. Jahrhundert. „Ich habe mich wirklich auf diese Jubiläumsfeier hier in der Stiftskirche gefreut, denn dieser Ort ist ja wahrhaftig etwas Besonderes“, sagte der Bischof zu Beginn seiner Predigt zum Jubiläum (der „Paulinus“ berichtete). 

Schon die Lage auf einer Anhöhe über dem Kylltal und die einmalige Verbindung von Architektur und Landschaft prägten den Ort mit seiner langen geistlichen Tradition. Hinzu kämen „viele schöne, persönliche Erinnerungen an den Stiftsberg“. 

Zum Blick in die reiche Vergangenheit und zur Festtagsfreude geselle sich aber schnell auch ein banger Blick auf die Zukunft der Kirche mit ihren vielen offenen Fragen. Zwischen Vergangenheit und Zukunft gerate aber die Gegenwart, das „Hier und Heute“, schnell außer Acht, bedauerte Ackermann. 

„Schon die erste Generation der Kirche kannte den Blick auf eine gute, intensive Vergangenheit und den bangenden Blick nach vorne“, sagte Bischof Ackermann mit Bezug auf das Johannesevangelium. In den sogenannten Abschiedsreden „lenkt Jesus den Blick der Jünger auf den Heiligen Geist – auf die Gabe, die immer bei ihnen bleiben wird, im jeweiligen Heute der Kirche. Denn sie ist die Gabe, die nicht veraltet“, erklärte der Oberhirte. 

Der Hirtenstab erinnert daran, dass der Gute Hirte Jesus Christus in der Kraft seines Geistes mit uns geht – im Hier und Heute.

Bischof Ackermann

„Wenn es darum geht, dass wir uns weder in der Vergangenheit verlieren noch in der Zukunft, sondern im Heute Gottes leben, dann geht es darum, Ausschau zu halten danach, wo der Geist hier und heute wirkt: Wo gibt es Bereitschaft zum friedlichen Miteinander, zu Versöhnung, zu Gemeinschaft und Kreativität für neue Wege?“, fragte er. 

Als Symbol für die Kirche als wanderndes Volk Gottes verwies Ackermann auf den mitgebrachten Bischofsstab eines seiner Vorgänger, Heinrich II. von Finstingen. Er hatte im Jahr 1276 die Gründung der Stiftskirche veranlasst. „Der Hirtenstab erinnert daran, dass der Gute Hirte Jesus Christus in der Kraft seines Geistes mit uns geht – im Hier und Heute.“ Der Bischof dankte allen, die sich einsetzten „für den Erhalt dieses Ortes und die Lebendigkeit des Stiftsberges“.

Spezielle Komposition zum Jubiläum

Der Musiker Klaus Künne hatte speziell für den Jubiläumstag ein Messordinarium („Missa Fidelis“) für vierstimmigen Chor, Streicher und Orgel komponiert. Der Kirchenchor Cäcilia Kyllburg unter der Leitung von Tobias Meyer und das Streichensemble der luxemburgischen Philharmonie musizierten die Uraufführung. An den Orgeln spielten Wolfgang Valerius und Joachim Oehm. 

Für die Verbandsgemeinde Bitburger Land sprach Bürgermeisterin Janine Fischer ein Grußwort, bevor Pfarrer i. R. Klaus Bender das Rahmenprogramm vorstellte. Dazu gehörten Kirchenführungen  unter dem Titel „Wort und Musik“ am Nachmittag und kulinarische Angebote – darunter ein Jubiläumsbier der belgischen Klosterbrauerei Val Dieu. Zudem informierte eine Ausstellung im Kreuzgang über die bewegte Geschichte des Stiftsbergs.