Märtyrer:Standhaft für den Glauben eingetreten

Kaisersesch/Leienkaul. Als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts hat Prälat Helmut Moll Namen und Lebensgeschichten von über 1000 katholischen Märtyrerinnen und Märtyrern zusammengetragen.
Das von ihm herausgegebene zweibändige Werk „Zeugen für Christus“ zeichnet in Beiträgen von rund 180 Autoren gemeinsam mit Bistümern und Ordensgemeinschaften Leben und Schicksale von Menschen nach, die für ihren Glauben gestorben sind. Auf Einladung von Kooperator Carsten Mayer aus der Pfarrei Kaisers-esch Heilige Maria stellte Moll Glaubenszeugen vor, die einen Bezug zur Diözese Trier haben und – in zwei Fällen – aus dem Raum Cochem stammen.
Versuchen Sie, ihn bekannt zu machen
Prälat Helmut Moll
Märtyrerinnen und Märtyrer müssten, wie Moll in seiner Einführung erklärte, drei Kriterien erfüllen: das Zeugnis für den christlichen Glauben, einen gewaltsamen Tod und – „das Schwierigste“ – die Bereitschaft, für den Glauben zu sterben. Der Referent, der auch Berater der Selig- und Heiligsprechungskongregation war, stellte zunächst die fünf Märtyrerinnen und Märtyrer mit Bistumsbezug vor, die bereits selig- oder heiliggesprochen sind, deren Verfahren laufen oder kurz bevorstehen: Edith Stein, Eduard Profittlich, Franz Reinisch, Johannes Frank und Willi Graf.
Aus dem Raum Cochem seien zwei weniger bekannte Namen ins Martyrologium aufgenommen: der 1893 in Nalbach geborene Bistumspriester Jakob Ziegler. Er war sechs Jahre Pfarrer in Cochem-Cond und starb 1944 im KZ Dachau. Anders als die meisten vorgestellten Glaubenszeugen war Bruder Peter (Edmund) Geyermann nicht Opfer des Nationalsozialismus. Im Jahr 1941 in Wirfus im Landkreis Cochem-Zell geboren, war er Mariannhiller Missionar und wurde 1978 im afrikanischen Rhodesien (heute Simbabwe) zusammen mit einem Mitbruder bei einem Überfall erschossen.
Zwei Zuhörerinnen aus Wirfus erzählten von Begegnungen und ihrer Teilnahme an der Einkleidung des Ordensbruders. „Versuchen Sie, ihn bekannt zu machen“, appellierte Moll an die Gäste aus Wirfus. „Werden Sie aktiv. Vielleicht gibt es irgendwann ein Seligsprechungsverfahren für ihn“.
In 17 weiteren Berichten stellte er Frauen und Männer mit Bezug zur Diözese vor, die vor allem in der NS-Zeit ihr Glaubenszeugnis mit dem Martyrium besiegelten. So wie der 1872 in Mayen geborene Josef Zilliken, dessen Großneffe unter den Zuhörenden war. Im Gasthaus der Abtei Maria Laach hatte der Dechant mit einem weiteren Priester Reichsmarschall Hermann Göring den Hitlergruß verweigert; er starb 1942 im KZ Dachau. „Er war mutig genug, Hitler die Stirn zu bieten. Noch heute kann er uns Vorbild sein.“
All diese Blutzeugen seien Beispiele, die zeigen, „dass die Katholische Kirche in der Nazizeit im Wesentlichen nicht versagt hat“, betonte der Prälat und Historiker. „Ihr Bistum ist reich an Märtyrerinnen und Märtyrern, Priestern, Seligen und Heiligen, Ordensleuten und Menschen aus dem Laienstand. Helfen Sie mit, dass diese Personen nicht vergessen werden“, appellierte er abschließend an die Zuhörerinnen und Zuhörer.