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Spanische Ordensfrauen:Vier Schwestern – eine Mission

Den Glauben weiterzugeben besonders an junge Menschen – das ist das Anliegen von spanischen Ordensfrauen bei ihrem Besuch im Angela-Merici-Gymnasium Trier.
Drei spanische Ordensschwestern beim Vortrag vor einer Klasse.
Datum:
7. Mai 2026
Von:
Kathrin Schmitt

Trier. Helle Ordensgewänder tragen die Schwestern der Gemeinschaft „Communidad de la Conversión“ – „Gemeinschaft der Bekehrung des heiligen Augustinus“ aus Spanien. Daher fallen sie auch direkt auf, denn die Gewänder, die von Ordensgemeinschaften in Trier getragen werden, sind in der Regel schwarz- oder grau-weiß. Dass besondere Gäste geladen sind, ist an diesem Morgen in der ganzen Schule zu spüren. Mit der Schulgemeinschaft des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums (AMG) feiern die Schwestern der jungen Gemeinschaft innerhalb des Ordens des heiligen Augustinus zunächst eine Heilige Messe. 

„Im Rahmen unserer Projekttage gehen wir alle drei Jahre auf dem Jakobsweg ein Stück weiter“, erzählt Lehrer Christoph Berger. Diesen Juni werde es wieder so weit sein. Die Kooperation mit dem Augustinerorden, der auch am Jakobsweg eine Herberge betreibt, kam über die Jakobusbruderschaft in Trier zustande. Der Besuch von Ordensmitgliedern im AMG ist der zweite nach 2024. 

Nach dem Gottesdienst haben die Schwestern Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen, den eigenen Lebensweg aufzuzeigen und die Schülerinnen und Schüler mit ihren Fragen zu Wort kommen zu lassen. Für Schwester Heike ist es ein Heimspiel, sie stammt aus  Mandern bei Trier. Ihren Weg verdanke sie Gottes Führung, wie sie es ausdrückt. Heute lebe sie im Kloster „Monasterío de la Conversión“ im spanischen Ávila. 

Die Suche führte zur Begegnung mit Gott

29 Jahre alt sei sie gewesen, als sie sich entschied, erstmals den Jakobsweg zu gehen, berichtet Schwester Heike. Etwas Magisches sei damals passiert: „Ich war noch nie so erstaunt über die Schönheit der Natur“, erzählt die Ordensfrau. „Nicht, weil diese so außergewöhnlich schön war, sondern weil ich noch nie eine solche Ruhe hatte, sie zu betrachten“, berichtet sie. Ohne es genau zu wissen, „befand ich mich auf einer Suche“. Diese Suche sollte zur Begegnung mit Gott führen. So kam Heike in Kontakt mit dem Orden und ist bis heute dort geblieben. 

Gründervater der Gemeinschaft ist der heilige Augustinus, der sagte, jeder Mensch sei im Leben ein Pilger, und man solle das Suchen nie aufgeben. Die Gotteserfahrung auf dem Jakobsweg hat Heike sich so lebendig fühlen lassen wie nie zuvor in ihrem Leben. Ihr Fazit: „Ich war überglücklich und bin es bis heute.“ 

Dabei steht die Ordensgemeinschaft nicht still, berichten die Schwestern. Auf dem Gelände werde immer weiter gebaut. Unter anderem unterhält die auf 40 Schwestern angewachsene Gemeinschaft ein Tagungshaus, in dem Gäste stets willkommen sind. 

Schwester Erika, gebürtig aus Ungarn, will den Schülerinnen und Schülern der Trierer Bistumsschule eine Erkenntnis mit auf den Weg geben: „Das Wichtigste ist es, im Leben einen Schritt zu machen. Dann öffnet sich der Weg. Wenn du sitzen bleibst, dann passiert nichts.“ 

Eine Woche verbrachten die Ordensfrauen, Schwester Heike aus Deutschland, Schwester Erika aus Ungarn, Schwester M. Prado aus Spanien (gebürtig aus Mainz) und Schwester Aíslíng aus Irland (Dublin) in Trier. Dabei besuchten sie auch die Heilig-Rock-Tage. 

Info

Hier gibt es weitere Infos über die Ordensgemeinschaft.