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Interreligiöse Begegnung:Verantwortung für die Schöpfung Gottes

Im Cochemer Kulturzentrum Kapuzinerkloster haben Repräsentanten der drei großen abrahamitischen Buchreligionen bei einer interreligiösen Begegnung die gemeinsame Verantwortung für Gottes Schöpfung unterstrichen.
Gruppenbild der Vertreter der abrahamitischen Religionen bei dem Treffen in Cochem.
Datum:
5. Nov. 2026
Von:
red

Cochem. Das Treffen, zu dem die Pfarrei Hl. Maria Magdalena eingeladen hatte, fand im Rahmen der interkulturellen Woche statt. Mit dabei waren Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, der türkisch-muslimischen Gemeinde Bullay sowie der christlichen Gemeinden im Pastoralen Raum Cochem-Zell. Die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum sowie die Stadt unterstützten die interreligiöse Begegnung.
Mehr als 50 Interessierte waren gekommen und hörten zunächst einen inhaltlichen Impuls von Theologieprofessor Dr. Alban Rüttenauer von der Vallendarer Vinzenz-Pallotti-University, bevor die Religionsvertreter Gelegenheit bekamen, Rückmeldungen zu geben sowie nacheinander je ein Gebet vorzutragen. 

Ausgehend vom Schöpfungsbericht im Buch Genesis erörterte Rüttenauer die Erschaffung der Erde sowie des Menschen und erläuterte die bildhafte Art der hebräischen Sprache. Der Alttestamentler erschloss neue Perspektiven auf die Schöpfung und die Aufgabe des Menschen im Kosmos. Der Mensch tritt auf, geht aufrecht, und wohin er seinen Fuß setzt, übernimmt er dafür Verantwortung: auch und gerade für den Schutz von Gottes Schöpfung.

Mensch biblisch eng mit dem Erdboden verbunden

Avadislav Avadiev, Vorsitzender der Synagogengemeinde, brachte die Perspektive der jüdischen Schriftauslegung ein. Er ging insbesondere auf die Stellung des Menschen ein, der einen Namen erhält: „Adam“ bedeutet „Mensch“ und ist eng mit dem Erdboden („adamah“) verbunden. Daraus folgt eine Verantwortung des Menschen für die Schöpfung. Auch nach dem „Sündenfall“ sei die Verbindung mit Gott ununterbrochen: Wer glaubt, ist nie allein. 

Hüseyin Akin vom Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinde übersetzte die arabischen Rezitationen, die aus Sicht des Islams die Verantwortung für die Schöpfung aufzeigen. Die ethische Verantwortung des Menschen wird dabei in konkretes Handeln übersetzt: beispielsweise sei eine Verschwendung von Ressourcen nicht im Sinne Gottes.

Ökumenisch gestaltet wurde der Beitrag der Kirchen in Cochem von Pfarrerin Dr. Anke Wiedekind und Gemeindereferent Bernd Berenz. Sie fassten den Begriff Verantwortung für die Schöpfung weit und verstanden darunter auch die Sorge für von Armut betroffene Menschen. Damit zeigten sie auch eine caritativ-diakonische Dimension von Verantwortung auf.

Ulla Schädler und Christoph Kappes-Schädler aus Bullay begleiteten die Veranstaltung musikalisch. „Musik kann etwas von der Harmonie aufzeigen, die der Schöpfung innewohnt“, bedankte sich Veronika Raß vom Pastoralen Raum bei ihnen.