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Aktionswoche zum Thema Alkohol:„Typische Saufjugend“

Im Rahmen einer Aktionswoche zum Thema Alkohol hat die Autorin Eva Biringer in der Saarbrücker Friedenskirche auf Einladung der Caritas aus eigener Erfahrung alle Betroffenen dazu ermutigt, Hilfs- und Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.
Die Autorin und Journalistin Eva Biringer berichtete in der Saarbrücker Friedenskirche von ihren Erfahrungen als frühere Alkoholabhängige.
Datum:
9. Juli 2026
Von:
Oliver Hilt

Saarbrücken. Was Biringer bei einer Lesung aus ihrem autobiografischen Buch „Unabhängig“ zu erzählen hatte, ist die Geschichte einer jungen Frau, die schon in frühen Jahren in eine Alkoholabhängigkeit schlitterte und es schließlich geschafft hat, sich davon zu befreien. Ihr Buch kann vielen in gleicher Situation Mut machen. Grund genug also für den Caritasverband Saarbrücken, die in Berlin und Wien lebende Autorin und Journalistin einzuladen.

Laut der Leiterin der Caritas-Suchtberatung, Birgit Altmeier, ist es eine gute Tradition, im Rahmen der Aktionswoche Alkohol auch eine Veranstaltung mit auswärtigen Gästen zu machen. Unter den vielen Besuchern in der Friedenskirche waren denn auch eine ganze Reihe von Klienten aus der Beratung. Und nicht nur die dürften sich in den Erzählungen von Eva Biringer und der Lesung von Passagen aus ihrem Buch in vielen Situationen wiedererkannt haben.

Biringers Weg in die Abhängigkeit war gar nicht so untypisch. Erste Erfahrungen mit Alkohol gab es schon in ganz jungen Jahren, noch als Schülerin. Aber weil, wie sie erzählt, ihre Leistungen in der Schule und später auch im Studium ganz ordentlich gewesen seien, schien alles kein Problem zu sein. So sei sie in eine „typische Saufjugend“ geschlittert, was sich im Studium fortgesetzt habe. Dabei immer begleitet von dem Gefühl, dass etwas „nicht in Ordnung“ sei. Aber ein Leben ohne Alkohol? Urlaub in Italien ohne Wein, in Griechenland ohne Ouzo? Unvorstellbar. Für sie war „Saufen mit Freiheit und Selbstbestimmung“ verbunden.

„Ich kann nur jedem dazu raten, sich Hilfe zu suchen“

Irgendwann entstand doch der Wunsch, davon wegzukommen. Sie nahm therapeutische Hilfe in Anspruch. Dabei fiel der für sie in diesem Moment „furchteinflößende“ Satz: „Ein Leben ohne Alkohol ist denkbar“. Es folgten Phasen mit wochen-, manchmal sogar monatelangen Trinkpausen. Ausschlaggebend sei die Bereitschaft zur Therapie gewesen. Heute sagt Biringer: „Ich kann nur jedem dazu raten, sich Hilfe zu suchen!“

Die Autorin zieht die Besucher durch ihre lebendige und authentische Art in ihren Bann – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Aber sie bekräftigt auch im anschließenden Austausch ihren Rat, sich Hilfe und Unterstützung zu suchen. Schließlich gebe es ein „großes Netz an Angeboten“ – wie eben auch die Beratungen und Betreuung bei der Caritas. 

Birgit Altmeier weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es bei der Caritas Saarbrücken auch entsprechende Angebote für Angehörige gibt, die von der Alkoholsucht von Familienangehörigen oder Freunden mit betroffen sind.

Info

Nähere Auskünfte gibt es unter www.caritas-saarbruecken.de im Internet, Stichwort Suchtberatung.