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Papst Leo XIV.:Trotz OP volles Programm

Allen anderslautenden Spekulationen zum Trotz bricht Leo XIV. am 6. November zu seiner bisher längsten Auslandsreise als Papst auf.
Menschen feiern am 10. Mai 2025 in Chiclayo die Wahl von Papst Leo XIV.
Datum:
1. Nov. 2026
Von:
Ludwig Ring-Eifel

Ende Oktober hatte er einen kurzen Flug von Rom nach Assisi abgesagt – auf ärztliches Anraten, wie der Vatikan mitteilte, um seine Genesung nach der Lungenkrebs-Operation (OP) nicht zu gefährden. Tatsächlich hatte der medizinische Eingriff vom 13. Oktober, bei dem etwa 20 Prozent des Lungengewebes mitsamt einem Tumor entfernt wurden, tiefe Besorgnis ausgelöst. Doch die betreuenden Ärzte und der Vatikan versichern, dass angesichts der vollständigen Entfernung des Tumors und der guten Genesungsfortschritte des prominenten Patienten der Reise in drei Länder Südamerikas aus medizinischer Sicht nichts im Wege stehe. Und so freuen sich in Uruguays Hauptstadt Montevideo viele Menschen, wenn am 6. November nachmittags (Ortszeit) der Papst dort seine elftägige Reise durch drei Länder Südamerikas beginnt.

Dem kleinen Land zwischen Argentinien und Brasilien, das als eines der am wenigsten katholischen Länder Lateinamerikas gilt, wird die besondere Ehre zuteil, den fließend Spanisch sprechenden US-Amerikaner im Papstamt als erstes zu begrüßen. Knapp drei Tage wird Leo XIV. dort sein und vermutlich versuchen, der vergleichsweise kleinen und politisch nicht sehr einflussreichen Kirche des Landes Mut zu machen.

Uruguay ist relativ stabil und wohlhabend

Ähnlich wie in vielen europäischen Ländern werden auch in Uruguay Themen wie die Krise der traditionellen Familie, die Liberalisierung der Abtreibungsgesetze und die aktive Hilfe zum Suizid bei Schwerstkranken diskutiert. Doch bleiben dem relativ wohlhabenden und stabilen Land extreme politische Spannungen zwischen linken und rechten Parteien erspart, wie sie in fast allen anderen Ländern in Lateinamerika zu beobachten sind.

Scharfe politische Gegensätze prägen hingegen das zweite Land im päpstlichen Reiseprogramm. In Argentinien regiert seit knapp drei Jahren der einstige Wirtschaftsprofessor Javier Milei. Er hat dem über Jahrzehnte von Inflation und Korruption geplagten Land eine Rosskur aus radikal reduzierten Staatsausgaben, freier Marktwirtschaft und innerer Sicherheit verordnet.

Mit Spannung wird zu beobachten sein, wie sich Leo XIV. zu Milei und dessen Ideen verhält. Der Papst aus Chicago beruft sich auffallend oft auf die in Teilen marktkritische katholische Soziallehre – so wie es auch Argentiniens Bischöfe tun, wenn sie Mileis radikalliberale Wirtschaftspolitik kritisieren.

Papst auf Spuren seiner Vergangenheit in Peru

Leo XIV. fliegt am 11. November weiter zu der für ihn persönlich wohl wichtigsten Station der Reise: nach Peru. Das Land, das vom Amazonasbecken über die Anden bis zum Pazifik reicht, war für den heutigen Papst viele Jahre lang seine zweite Heimat. Dort machte er von 1985 bis 2001 seine Erfahrungen als Missionar und als Ausbilder von Missionaren.

Nach einem zwölfjährigen Intermezzo in Rom kehrte er 2014 für weitere neun Jahre nach Peru zurück und wurde nun Bischof in Chiclayo im Norden des Landes. In dieser Zeit wurde er auch peruanischer Staatsbürger.

Dennoch macht Leo XIV. seinen Besuch in Peru keineswegs nur zu einem Nostalgie-Trip auf den Spuren der eigenen Vergangenheit. Er hält sich im Norden Perus, wo sein ehemaliges Bistum Chiclayo liegt, rund 48 Stunden auf – mit zwei Übernachtungen. Schon jetzt ist absehbar, dass die Menschen ihn dort mit noch mehr Begeisterung feiern werden als anderswo. Den Rest seiner fünftägigen Reise durch Peru widmet der Papst der Hauptstadt Lima, der Andenstadt Cusco und dem Amazonas-Ort Pucallpa.

Am Vormittag des 17. November wird Papst Leo XIV. in Rom zurückerwartet.