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Angehörige inhaftierter Menschen:An der Seite der Angehörigen

Angehörige inhaftierter Menschen finden gegenüber der JVA Wittlich ein offenes Ohr und Hilfe.
Gruppenbild des Rückenwind-Teams (Mitte) mit Gratulanten.
Datum:
8. Nov. 2026
Von:
red

Bistum. Ohne die zwölf Ehrenamtlichen wäre das Projekt Rückenwind des SKM-Diözesanvereins Trier kaum denkbar. Seit 15 Jahren kümmert es sich um Angehörige von Inhaftierten der JVA Wittlich. Gemeinsam mit Melanie Begon, hauptamtliche Mitarbeiterin, und Hans-Peter Pesch, ehrenamtlicher Projektleiter, schenken die ehrenamtlich tätigen Menschen Aufmerksamkeit in einer besonders belastenden Zeit. 

Was alle Ehrenamtliche vereint ist nicht nur, dass sie bereits seit vielen Jahren im Projekt Rückenwind engagiert sind. Vielmehr finden Menschen in Not in ihnen Helferinnen und Helfer.“

Diözesanreferentin Stefanie Löwen

Egal ob nur auf eine Tasse Kaffee, einen schnellen Gang zur Toilette oder das Aufwärmen nach langer Anreise im Winter: Solch niedrigschwellige Angebote schaffen erstes Vertrauen zwischen dem Team von Rückenwind und den Angehörigen. Während Kinder in der Spielecke eine willkommene Ablenkung zum Haftbesuch finden, erhalten die Erwachsenen auf Wunsch Informationen zum JVA-Besuch oder finden in der allgemeinen Sozialberatung Antworten auf Fragen. 

„Ein Gefängnisaufenthalt ist für die Angehörigen emotional sehr belastend“, weiß Melanie Begon. Häufig wende sich das soziale Umfeld von ihnen ab. Kommen dazu noch finanzielle Sorgen, weil zuvor der Inhaftierte das Geld nach Hause gebracht hat, sei die Belastung immens. In der allgemeinen Sozialberatung werde geschaut, wie die jeweilige Situation zu verbessern ist.

An jedem Besuchstag steht das Team von Rückenwind mit einem Stand vor der JVA und sucht das Gespräch mit den Angehörigen. Gesehen zu werden, sei für diese eine stärkende Erfahrung, berichtete Begon am Rande der Feierlichkeiten zum 15-jährigen Bestehen des Projektes. 

Zahlreiche Wegbegleiter aus Kirche, Justiz, Politik, Caritas und Gesellschaft sind der Einladung gefolgt, Rückenwind zu feiern. Das Projekt wurde 2011 auf Initiative des SKM (Sozialdienst Katholischer Männer) Bundesverbandes vom SKM Diözesanverein Trier ins Leben gerufen. 

Ohne den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen könnte Rückenwind nicht bestehen. Und so wurde die Jubiläumsfeier besonders genutzt, deren Engagement zu würdigen. Weihbischof em. Franz-Josef Gebert, der das Projekt Rückenwind seit Beginn in seiner damaligen Funktion als Diözesan-Caritasvorsitzender gefördert hat, betonte, Rückenwind nehme den Angehörigen nicht den Weg ab, sondern unterstütze sie dabei, ihn zu gehen. 
Für diesen Rückenwind ehrte Ulrike Gödeke, Vorsitzende der katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe des Deutschen Caritasverbands, Team-mitglieder für zehn Jahre ihres ehrenamtlichen Engagements. Hans-Peter Pesch, der das Projekt svon Anfang an mit auf die Beine gestellt hat, erhielt die silberne Ehrennadel des SKM Bundesverbandes. 

„Was alle Ehrenamtliche vereint“, so erläuterte Diözesanreferentin Stefanie Löwen, „ist nicht nur, dass sie bereits seit vielen Jahren im Projekt Rückenwind engagiert sind. Vielmehr finden Menschen in Not in ihnen Helferinnen und Helfer.“

Info

Rückenwind, das Hilfsprojekt für Angehörige inhaftierter Menschen, ist montags bis freitags, 9 bis 13 Uhr, erreichbar in Wittlich, Trierer Landstraße 99, unter der Telefon (0 65 71) 1 47 25 28 oder E-Mail an info@rueckenwind-wittlich.de.