Christliche Kunst:Papst Franziskus und die Engel

Die Ausstellung „Engel. Boten, Wächter und Wanderer. Erhabene Geschöpfe von der Antike bis zur Gegenwart“ bietet bis zum 1. November eine Reise durch Kunst und Spiritualität. Gemälde, Skulpturen und Pergamente aus internationalen Museums- und Privatsammlungen zeichnen die Rolle von Engelsgestalten in der westlichen Kunsttradition nach. In der Moderne habe das Bild des Engels zunehmend menschliche Züge angenommen, was in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts kulminiere.
Die Schau reicht von archäologischen Funden über mittelalterliche Kunst bis zu Werken des 21. Jahrhunderts und spiegelt Themen wie Schutz, Führung und Verkündigung. Ikonografisch umfasst sie Putten, Verkündigungsengel, Kriegerengel, Schutzengel, wandernde Figuren und musizierende Engel.
Ein Schwerpunkt liegt auf Engeln als Boten, etwa bei der Verkündigung an Maria durch den Erzengel Gabriel – „die Gestalt, die Hoffnung und das Wort Gottes bringt“, so die Kuratoren.
Ebenso widmet sich die Ausstellung dem Wächter- und Schutzengel als Symbol göttlicher Fürsorge. Der Engel als Wanderer wiederum verkörpert seine Nähe zum Menschen, den er durch die Herausforderungen seiner Zeit begleitet.
Zu den Exponaten zählen Pietro da Cortonas „Der Schutzengel“ (1656) aus der Galleria Nazionale di Arte Antica in Rom, Carlo Dolcis „Der verkündende Engel“ (um 1650) aus den Uffizien sowie Giovanni Antonio Gallis selten gezeigtes Gemälde „Schutzengel“ (um 1620).
Unter den zeitgenössischen Werken finden sich Arbeiten der italienischen Künstler Omar Galliani und Osvaldo Licini. Papst Franziskus (2013–2025) habe seine Berufung als Vermittler zwischen Himmel und Erde verstanden – ähnlich den Engeln, die in der Ausstellung dargestellt sind, erklären die Kuratoren Massimo Rossi Ruben und Viviana Vannucci. Daher sei die Schau nicht nur ein künstlerisches, sondern auch ein spirituelles Ereignis.