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Generalvikar:Mit Jesus in Kontakt bringen

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat den neuen Generalvikar Tim Sturm (40) in Trier vorgestellt und dessen Vorgänger Dr. Ulrich Graf von Plettenberg (61) gewürdigt.
Tim Sturm, Dr. Ulrich Graf von Plettenberg und Bischof Dr. Stephan Ackermann (von links) beim Amtswechsel des Generalvikars.
Datum:
26. Apr. 2026
Von:
Zeljko Jakobovac

Bischof Ackermann hob am 17. April im Lob von Plettenberg zwei Eigenschaften hervor. „Ich denke, dass alle, die mit dem Generalvikar Plettenberg zu tun hatten, gespürt haben, dass er im Innersten Seelsorger ist und geblieben ist und immer wieder gerne auch priesterliche Dienste, so oft es ihm möglich war, übernommen hat.“ Zudem sei Plettenberg die Dinge beherzt angegangen. „Mit der dir eigenen Beherztheit bist du in Dinge hineingegangen, manchmal für andere überraschend beherzt. Dann mussten andere erst einmal mitkommen, aber du warst immer auch bereit, die Perspektiven der anderen und Rückmeldungen anzunehmen und gegebenenfalls auch Kurskorrekturen vorzunehmen, wenn sie sinnvoll und notwendig waren.“ In den vergangenen zehn Jahren sei es darum gegangen, die Beschlüsse der Diözesansynode zu realisieren und auch das anzunehmen und zu gestalten, was die Zeit fordere – etwa bei der Aufarbeitung und der wirksamen Bekämpfung verschiedener Formen des Machtmissbrauchs in der Kirche oder der Sicherung des Bistumshaushalts.

Als Regens Erfahrung in der Leitung gesammelt

Bischof Ackermann zeigte sich überzeugt, dass Tim Sturm sehr gut geeignet sei als Generalvikar. „Seit dem 1. Juli 2024 warst du Regens, also Leiter der Priesterausbildung und der ,Körperschaft‘ Priesterseminar. In dieser Zeit konntest du schon einige Erfahrung in der Leitung einer solchen Einrichtung mit den personellen und administrativen Anforderungen, die damit verbunden sind, sammeln.“ Zudem sei Sturm im Generalvikariat kein völlig Unbekannter. 

Man muss dranbleiben, nicht zuletzt auch durch den Dialog mit den gesellschaftlich und politisch Verantwortlichen.

Ulrich Graf von Plettenberg

Plettenberg ging in seinem Abschiedswort auf drei Höhepunkte seines Wirkens ein: das große und fast selbstverständliche Zutrauen, das ihm schon vor und zu Beginn des Amtsantritts entgegengebracht worden sei, die Synodenumsetzung und die Einrichtung des Diözesanrats. An seinen Nachfolger gewandt sagte er, er sehe keine Prozesse, die einmal begonnen und irgendwann mit „Ziel erreicht“ abgeschlossen würden. „Man muss dranbleiben, nicht zuletzt auch durch den Dialog mit den gesellschaftlich und politisch Verantwortlichen.“
Generalvikar Sturm dankte dem Bischof für das Vertrauen und seinem Vorgänger für die Einarbeitung. Wer ihn kenne, wisse, was ihm in der Zusammenarbeit wichtig sei, sagte Sturm: „Aufmerksam zuhören, Teamplayer sein in der Unterscheidung von Wesentlichem und Unwesentlichem. Und dann konsequent entscheiden, wenn der Weg klar ist, und gemeinsam weitergehen.“ Leitend sei: „Alles, was wir im Generalvikariat und in den Verwaltungseinheiten, in der Seelsorge oder der Caritas tun, muss sich letztlich der Gretchenfrage unterziehen: Dient es dazu, Menschen mit Jesus Christus in Kontakt zu bringen? Schaffen wir Gelegenheiten – wie in Emmaus –, in denen Jesus einkehren kann?“

Mut, Altes und Totes würdig zu verabschieden

In der Konsequenz bedeute dies für Sturm: „Wir fragen nicht mehr: ,Wie halten wir den Status quo oder wie erreichen wir das nostalgische Kirchenbild früherer Zeiten?‘ Wir fragen: ,Was führt uns heute in die Freundschaft mit Jesus Christus und dient damit den Menschen?‘“ Das erfordere den Mut, Altes und Totes würdig zu verabschieden. „Und ja: Das tut weh! Aber es macht es uns leichter, in die Zukunft zu gehen, aus der Gott uns entgegenkommt“, sagte Generalvikar Sturm. Der Weg und die Vision seien klar: Glaubenserneuerung und praktizierte Nächstenliebe. „Ich wünsche uns Mut und ein gesundes Selbstbewusstsein. Die Freiheit, der Zukunft mehr zuzutrauen als der Vergangenheit.“

Ein Grußwort der Mitarbeitendenvertretungen sprachen Markus Krogull-Kalb und Laura Leinweber.