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Saison-Eröffnungsgottesdienst:Mit Gott durch Alltag und Stadien

Premiere in der Kirche St. Martin: Fans des Fußball­vereins Eintracht Trier haben in dem Gotteshaus im Maarviertel einen Saison-Eröffnungsgottesdienst gefeiert.
Viele Anhänger des Fußball-Regionalligisten kamen in Trikots oder mit Fanschals zu dem Gottesdienst in die Martinskirche.
Datum:
22. Aug. 2026
Von:
Josef Frisch

Trier. Zu den Initiatoren des Wortgottesdienstes gehörte Dr. Samuel Acloque, der als Theologe bis vor einem Jahr an der Theologischen Fakultät Trier wirkte und mittlerweile als Juniorprofessor für „Katechetik und Didaktik des Religionsunterrichts“ an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie tätig ist. Zu den wissenschaftlichen Arbeiten des aus Konz stammenden großen Eintracht-Fans gehört unter anderem eine Untersuchung des Vereinswappens aus theologischer Perspektive.

Gemeinsam mit Markus Leineweber, dem Direktor für Unternehmenskultur am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, sowie Dennis Thiel, dem Vorsitzenden des Eintracht-Fanclubs „Hautzen 93“, betrat er mit der Feier zum Saisonstart in der Regionalliga organisatorisches Neuland.

Spirituelle Einstimmung auf die neue Spielzeit

Nachdem beim 1. FC Köln und 1. FC Nürnberg bereits ziemlich regelmäßig „Fan-Andachten“ durchgeführt werden, lud das Trio am Vorabend des Rundenauftakts gegen Fulda erstmals zu einem SV-Eintracht-Trier-Eröffnungsgottesdienst ein. Unter dem Motto „Fußball – Glaube – Gemeinschaft. Gemeinsam auf dem Weg“ fanden sich etwa 150 Anhänger des Traditionsvereins, viele in Fan-Kleidung, in St. Martin ein, um sich auf spirituelle Weise auf die neue Spielzeit einzustimmen. Die Kirche war bewusst gewählt: „Sie steht im Zentrum zweier Hauptbezugspunkte der Trierer Fußballanhänger, dem Moselstadion und dem traditionellen Fan-Lokal Martinsklause“, erklärte Acloque, der bereits seit einigen Jahren im Stadion ein Weihnachtssingen der Fans etabliert hat – zuletzt erstmals mit einer großen Weihnachtskrippe.

Schon das Eingangslied unterstrich das Motto der Andacht. Es war nach der Melodie von „Lobe den Herren“ umgetextet worden: „Spielen und Hoffen und Glauben, Verlieren, Gewinnen. Lernen, den Weg stets gemeinsam und fair zu beginnen. Keiner allein, Gott will Begleiter uns sein, er schenkt uns Kraft für das Morgen“, heißt es dort. Und auch von Christus ist die Rede, der „mit uns geht durch Alltag, Stadien und Straßen“.

„You’ll never walk alone“ mit Orgelbegleitung

In seiner Ansprache hob Pater Stefan Schmuck aus dem nahen Brüderkrankenhaus die Aspekte Demut, Respekt und Fairness hervor, mit denen Akteure und Fans den Kontrahenten auf dem Platz wie auf den Rängen begegnen sollen. Diese Tugenden prägten auch die von Messdienern und Fans vorgetragenen Fürbitten. Nicht fehlen durfte natürlich die Fußballhymne „You‘ll never walk alone“ (Du gehst nie allein), die zu ungewohnter Orgel-Begleitung durch Regionalkantor Volker Krebs inbrünstig mitgesungen ihre emotionale Wirkung ebensowenig verfehlte wie die vom Trierer Original Helmut Leiendecker vorgetragene Vereinshymne. Mit einem Umtrunk im Pfarrgarten, der von Fahnen und Bannern des Vereins geschmückt war, klang die gelungene und harmonische Veranstaltung aus.

„Unser Ziel – weit über den Gottesdienst hinaus – ist es, dass die Menschen in Kirchengemeinde, Verein und überhaupt der ganzen Zivilgesellschaft wieder enger zusammenrücken“, unterstrich Acloque, der zu einem Kreis von Fußball-Seelsorgern mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen gehört.

Erfreut war man zudem über die große Resonanz von Fans und Verein. Auch wenn das Auftaktspiel knapp verlorenging, waren sich viele sicher: „Wenn sich das rumspricht, ist die Hütte das nächste Mal richtig voll.“ Vielleicht klappt es dann ja auch mit einem Sieg.