Ehrenamtliches Engagement:„Ist doch Ehrensache“

Mit einem Aktionsstand am Tag der Familie in Wittlich am 31. Mai hat das Netzwerk Menschen dazu eingeladen, von ihrem Ehrenamt zu erzählen – wo sie sich engagieren, und warum sie es tun. Hintergrund war der erste bundesweite „Ehrentag“ am 23. Mai, in dessen Aktionszeitraum der Familientag gefallen ist. „Für uns ist der Stand an diesem Tag eine gute Gelegenheit, um für das Ehrenamt zu werben und sichtbar zu machen, wo es Möglichkeiten gibt, sich zu engagieren“, sagt Gabriele Centurioni. Als Engagemententwicklerin im Pastoralen Raum Wittlich ist sie Teil des Netzwerks „Kompass“, zu dem das Wittlicher Mehrgenerationenzentrum WILàvie, der Bürgerverein „Miteinander in St. Paul“ und der Verein „Perspektiven“ gehören, der mit dem „Eppes“ ein Begegnungslokal in der Fußgängerzone geschaffen hat.
Für die Vielfalt sensibilisieren
Besucherinnen und Besucher konnten an dem Tag auf Karten schreiben, warum sie sich engagieren, und wurden fotografiert. „Daraus entsteht unter dem Titel ‚Ist doch Ehrensache‘ eine Fotocollage auf einem großen Aufsteller, den wir an Orten im öffentlichen Raum zeigen möchten, um für die Vielfalt des Engagements zu sensibilisieren und dazu anzuregen“, sagt Centurioni. Zusätzlich wurden Videoclips gedreht, in denen Menschen von ihrem Ehrenamt berichten.
Auch die Helferinnen und Helfer an dem Tag sind unentgeltlich engagiert – so wie Achmed Mohamed. Er zeichnet die Videos auf und ist ansonsten regelmäßig im „Eppes“, um mitzuhelfen. „Das mache ich einfach gerne“, sagt Achmed, der seit sechs Jahren in Deutschland ist und sein recht gutes Deutsch auch einem Sprachtreff im „Eppes“ verdankt.
Am Stand dabei ist auch Susanne Briese, die sich im Verein „Miteinander in St. Paul“ in dem noch jungen Wittlicher Stadtquartier in der Nachbarschaftshilfe engagiert. Mit verschiedenen Aktionen übers Jahr hinweg – zum Beispiel einem Spielplatzfest – versuchen sie und der Verein, das generationenübergreifende Zusammenleben und die gegenseitige Unterstützung rund um St. Paul zu fördern. „Ich mag die Vielfalt. Und mir gefällt, was passiert, wenn unterschiedliche Menschen sich kennenlernen“, sagt Briese über ihre Motivation.
Integration über Ehrenamt fördern
Mit am Stand sind außerdem Michaele Schneider vom Verein „Perspektiven“ und Karin Ballmann, die ebenfalls eine große „Ehrenamtlerin“ ist. Sie bringt sich zum Beispiel im „Miteinander St. Paul“, in der Autobahn- und Radwegekirche, in der Seniorenresidenz und in der Pfarrei ein.
Die Vielfalt der Kulturen und die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht nur für das „Eppes“ ein Herzensanliegen, sondern für Gabriele Centurioni auch eine spannende Aufgabe im Kontext der Engagemententwicklung. „Wir wollen versuchen, die Integration dieser Menschen über das Ehrenamt zu fördern. Dass sie sich mit ihren Talenten einbringen und etwas davon mitgeben für andere“, sagt Centurioni über eines der Potentiale des Ehrenamts, die es zu nutzen gelte. Ansonsten sieht sie in der „Hilfe zur Selbsthilfe“ einen Grundsatz für gelungene Engagemententwicklung.