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Quirinus-Ritt:Hoch zu Ross durch die Natur

Mit dem traditionellen Quirinus-Ritt hat die Pfarrei Perl am 1. Mai an den römischen Märtyrer erinnert, der auch als Patron der Pferde verehrt wird.
Anna Wehr aus Borg führte im Kostüm des römischen Tribuns auf ihrem Pferd Sam die Prozession durch die Weinberge rund um  Perl an, an der rund ein Dutzend Pferde und Reiter teilnahmen.
Datum:
21. Mai 2026
Von:
Rolf Ruppenthal

Perl. Rund ein Dutzend Pferde mit ihren Reiterinnen und Reitern folgten Anna Wehr aus Borg, die den Heiligen als römischen Soldaten verkörperte und dabei ihren 17-jährigen Sam ritt, auf dem knapp einstündigen Weg rund um die Obermoselgemeinde im Dreiländereck nahe der Grenzen zu Luxemburg und Frankreich. 
Eine Premiere war diesmal dabei, dass Dekan Patrik Schmidt den menschlichen und tierischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur wie gewohnt vor der Quirinus-Kapelle den Segen Gottes erteilte, sondern den Ritt auch mit einer leuchtenden goldenen Monstranz selbst in einer Kutsche begleitete.

Als Patron der Pferde, Rinder und Reiter verehrt

St. Quirinus gilt in der katholischen Kirche unter anderem als Patron der Pferde, Rinder, Ritter und auch der Reiter. Laut Überlieferung war er ein römischer Tribun, der mit seiner Familie um das Jahr 105 zum Christentum übertrat, nachdem seine Tochter Balbina von Papst Alexander I. von einer schweren Krankheit geheilt worden war. Kaiser Hadrian ließ Quirinus daraufhin enthaupten. Sein Leichnam soll in den Katakomben an der Via Appia in Rom beigesetzt worden sein.

Seine Verehrung in Perl geht auf das Jahr 1050 zurück. Als die Gebeine von Quirinus von Rom nach Neuss überführt wurden, habe das Maultier mit seiner kostbaren Last an der Stelle halt gemacht, wo heute die Quirinus-Kapelle steht. Als Dank für ihre gute Aufnahme im Ort soll die Delegation den Gastgebern einige Reliquien des Heiligen überlassen haben. Die Kunde habe sich schnell im ganzen Land verbreitet, und aus allen Richtungen sollen Menschen nach Perl gepilgert sein, um zu beten und sich an der nahen Quelle mit Wasser zu versorgen. Laut Überlieferung wurden viele Kranke geheilt. 

Das Datum, an dem die Delegation an der Obermosel Station machte, nahmen die Perler zum Anlass, ein Fest zu Ehren von Quirinus zu feiern. In dessen Mittelpunkt steht die Tradition der Pferdeprozession, die mit Unterbrechungen seit 1951 gepflegt wird.

Seit vielen Jahren besteht zudem ein reger Austausch mit anderen Gemeinden, in denen der heilige Quirinus in besonderer Weise verehrt wird.

Allerdings ist die Teilnahme am traditionellen Ritt leider seit Jahren rückläufig. Waren es vor Jahrzehnten zu Hochzeiten des Brauchs noch bis zu 175 Pferde, die mit von der Partie waren, traten dieses Mal gerade mal ein Dutzend Reiter mit ihren Pferde den Weg durch die Weinberge rund um Perl an. Viele Pferdefreunde scheuen das für sie ungewohnte Geläuf. 

Wie von den Organisatoren zu erfahren war, bemühe man sich darum, für die Zukunft wieder mehr Reiterinnen und Reiter mit ihren Tieren für die Teilnahme an der Prozession zu gewinnen. 

Feierliches Hochamt eröffnet die Kirmes

Traditionell feiert Perl am 1. Mai auch seine Kirmes, die traditionell mit einem Hochamt in der Pfarrkirche und einem anschließenden Kirmes-Konzert des Musikvereins eröffnet wird.

Auch wenn in diesem Jahr nur eine kleine Gruppe von Reitern nach Perl gekommen war, gestaltete sich das Quirinus-Fest bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel als wahrer Besuchermagnet. Das Gesangsduo AA-Team sorgte dabei für beste musikalische Unterhaltung.