Wendelinuskapelle:Tankstelle für die Seele

St. Wendel. Zu den umfangreichen Maßnahmen, die in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt und dem Kirchlichen Denkmalamt in Trier vorgenommen wurden, gehörte unter anderem der Einbau von drei Ringankern an den Außenseiten, eine Risssanierung durch Verpressarbeiten sowie eine Bearbeitung, teilweise Erneuerung und neue Verfugung der Natursteine rund um die Kapelle. Auch eine Überarbeitung des Eingangsportals und der Bänke im Kapelleninneren sowie der Einbau einer Sicherheitstür im Außenbereich der Sakristei wurden vorgenommen.
Notwendig war auch eine Reinigung des Kreuzes im Eingangsbereich sowie mehrerer Figuren. Aufgrund der Arbeiten, die viel Schmutz verursachten, wurde der Innen- wie Außenbereich mit einem neuen Anstrich versehen. Unterhalb des Deckengewölbes gibt es zudem eine neue Beleuchtung. An den Maßnahmen, die die St. Wendeler Architektin Nadja König koordiniert hat, waren sieben Fachfirmen beteiligt.
Am Gottesdienst zur Wiedereröffnung, den Pastor Klaus Leist leitete, nahmen rund 200 Personen teil. Mit einem Segensgebet sowie einer Segnung des Innen- und Außenbereichs wurde die Kapelle neu unter Gottes Schutz gestellt. Leist bezeichnete in seiner Predigt die Kapelle als Kraftort für die Seele. Es sei nicht nur ein Gebäude erneuert, sondern ein geistlicher Schatz für die Pfarrgemeinde, die Stadt sowie die ganze Region bewahrt worden. „Wendelin lebte aus der Kraft Gottes. Damit weist uns der Heilige auf das eigentliche Geheimnis dieses Ortes hin. Die Kraft der Wendelskapelle und des umgebenden Tals kommt nicht aus den Steinen, nicht allein aus der Landschaft und auch nicht aus irgendeiner geheimnisvollen Energie. Sie kommt von Gott“, unterstrich Leist.
Die Stille hilft, neu auf die Stimme Gottes zu hören
Die Wallfahrtsstätte sei ein spiritueller Kraftort, weil sie zu Gott führen könne, hier seit Jahrhunderten gebetet werde und Menschen hier ihre Lasten ablegen und mit neuer Hoffnung weitergehen könnten. Und deshalb, „weil die Stille des Tales und die Gegenwart der Kapelle dem Menschen helfen können, wieder auf die Stimme Gottes zu hören“.
Am Ende des Gottesdienstes dankte Pastor Leist allen Verantwortlichen, die an der Finanzierung und Sanierung der Arbeiten sowie der feierlichen Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt waren. Petra Eckert, die stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, lud alle Gottesdienstbesucher zum Kapellenfest bei Essen und Trinken ein, was von einer großen Besucherschar bis zum Anbruch der Dunkelheit dankbar angenommen wurde.