Trostbank:Für alle, die Trost suchen

Morbach. Trost suchen, Trost spenden: Welcher Mensch kennt keine Situation, in der man Beistand braucht – ein paar tröstende Worte oder Sätze, die einer geschundenen Seele wohltun. An diese Menschen und Gefühlslagen haben das Ambulante Hospiz und der Christliche Hospizverein Morbach gedacht mit der Aufstellung von „Trostbänken“, an denen Menschen innehalten und einen Platz finden, an dem sie Trost erhalten können. Oft stehen die Bänke auf Friedhöfen, manche aber auch an anderen landschaftlich attraktiven und ruhigen Standorten wie bei der Walholzkirche bei Morbach-Weiperath. Sie sind stille und kraftvolle Zeichen für Menschen, die sich in Trauer oder Einsamkeit befinden, und wollen dazu einladen, an Orten dem Alltag zu entfliehen, die zum Innehalten und Kraftschöpfen einladen.
Raum für Ruhe, Reflexion und Begegnung
Mit dem neuen Herzensprojekt „Trostbänke“ wollen die Initiatoren ein Angebot in die Öffentlichkeit bringen, „das Menschen in schwierigen Lebensphasen Raum für Ruhe, Reflexion und Begegnung schenkt“, heißt es in der Beschreibung. An den Trostbänken angebracht ist ein digitaler Code zum Scannen. Wer das Smartphone dranhält, landet online auf der Homepage des Hospizvereins, auf dem gesprochene Texte und sogar ein Lied hinterlegt sind und aufgerufen werden können.
„Es sind aufbauende Texte“, sagt Elke Weyand, Vorsitzende des Christlichen Hospizvereins. Verfasst worden sind die Texte von ehrenamtlichen Schreibern. Für das Sprechen haben die Initiatoren sogar ehemalige Radiomoderatoren gewinnen können, die diese Aufgabe ehrenamtlich übernommen haben. „Wir versprechen uns davon, dass Menschen in schwierigen Lebenssituationen Trost finden“, sagt Birgit Steinmetz, hauptamtliche Mitarbeiterin beim Ambulanten Hospiz. Ob allein oder in Gesellschaft, das können die Nutzer selbst wählen. „Man muss dafür nicht in tiefer Trauer sein“, ergänzt Weyand.
Gesprächsangebote und weitere Texte geplant
Insgesamt haben die beiden Verbände elf Bänke im Einzugsgebiet zwischen Horath (VG Thalfang) und Rhaunen (VG Herrstein-Rhaunen) aufgestellt. Zehn seien ursprünglich geplant gewesen, eine elfte sei zusätzlich gespendet worden. Inspiriert worden zu dem Projekt sei man in Norddeutschland, wo bereits ein solches Angebot existiere.
Bei der Anzahl der Bänke wolle man verbleiben, lediglich im Falle einer weiteren Spende wolle man weitere hinzunehmen, sagt Weyand. Was allerdings ausgeweitet werden soll, ist die Zahl der hinterlegten Texte. Zudem wolle man weitere Angebote auf den Trostbänken schaffen. „Wir planen, dass an einem bestimmten Tag im Monat ein Gesprächsangebot eingerichtet wird“, erklärt Weyand. Sprich: Zu einem noch festzulegenden Tag sollen einige der mehr als 40 ehrenamtlichen Mitarbeiter an den Bänken anzutreffen sein, um bei Bedarf als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen.