Caritas:Start als Kleiderkammer

Boppard. Die Caritas Rhein-Hunsrück-Nahe betreibt im Rhein-Hunsrück-Kreis gleich drei Second-Hand-Shops. Bei „Caritas – der Laden“ gibt’s vor allem Kleidung, aber auch Haushaltsutensilien oder Spielzeug. Ehrenamtliche Teams schultern die Sortierung, die Dekoration und den Verkauf des Sortiments, das aus gut erhaltenen Spenden besteht. Der Bopparder Caritas-Laden ist der älteste und wurde 2001 gegründet.
Elke Nick, hauptamtliche Koordinatorin der Einrichtung, präsentierte einen Rückblick auf die Entwicklung des ursprünglich als Kleiderkammer in der Simmerner Straße eröffneten Ladens, der seit 2003 in der Oberstraße 91 beheimatet ist. Dann stieß man mit einem Gläschen Sekt auf den besonderen „Geburtstag“ an.
Vermehrt trifft man auch auf junge Menschen, die gut erhaltenen Dingen eine zweite Chance geben.
Elke Nick
Vor allem ließ die Jubiläumsfeier aber Raum für die Ehrung langjähriger Ehrenamtlicher – ein Programmpunkt, den Dr. Jens Werner gerne übernahm: Der Caritasdirektor, der große Stücke auf die Freiwilligen hält, überreichte sieben Ehrenurkunden für mindestens fünf Jahre Engagement, sieben silberne Caritas-Nadeln (ab zehn Jahre) und weitere sieben Nadeln in Gold (15 Jahre oder länger). Die „Spitzenreiterin“ bringt es auf stolze 21 Jahre im Bopparder Laden-Team, das rund 35 Ehrenamtliche umfasst und von einer tiefen Verbundenheit mit dem Verband und dem Caritas-Laden geprägt ist. Fünf Frauen sind bereits seit 2005 dabei.
Werner betonte, wie wichtig die Einrichtung als soziales Angebot ist: „Alte Akten und Aufzeichnungen verraten, dass die Ankunft zahlreicher Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion bis zum Ende der 1990er Jahre den Anstoß für die Konzeption des Second-Hand-Ladens gab“, erklärte er. Trotz veränderter Vorzeichen habe das Geschäft, in dem Menschen mit geringem Einkommen ein gleichwertiger Teil der Kundschaft sind, bis heute nichts von seinem Stellenwert eingebüßt, betonte der Caritas-Chef weiter.
Second Hand liegt bei jungen Leuten im Trend
Auch für Nick ist die besondere Qualität von „Caritas – der Laden“, dass hier jeder unbefangen stöbern und einkaufen kann: „Vermehrt trifft man auch auf junge Menschen, die gut erhaltenen Dingen eine zweite Chance geben. Viele von ihnen kaufen Second-Hand aus sozialen oder ökologischen Erwägungen“, schildert sie.
Wenn – trotz der sehr moderaten Preise – im Laden Überschüsse entstehen, kommen diese wieder der Arbeit des Caritasverbands zugute. Auch dieser Mehrwert ist nur durch die rege ehrenamtliche Beteiligung möglich, wie Werner und Nick einhellig erklärten. Und beide hoffen natürlich, dass sich auch künftig genügend Menschen für das Ehrenamt begeistern.