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Schwarze Madonna:Ein Stück Himmel in der Region

Die Schwarze Madonna von Windhausen ist ein Kleinod am Mittelrhein – und lädt zum Besuch ein.
Pfarrer Stefan  Dumont (links) und Dieter Dieler freuen sich auf die Wallfahrtssaison.
Datum:
25. Apr. 2026
Von:
Luca Peranni

Windhausen. Im kleinen Windhausen bei Boppard am Mittelrhein steht eine Kapelle. In dieser verbirgt sich ein echter Schatz der Region – die „Schwarze Madonna“ von Windhausen.
Auch wenn sie weniger bekannt ist als andere schwarze Marienbilder, wird im Gespräch mit Anwohnern schnell klar, wie viel die Gottesmutter und ihre Kapelle den Menschen der Gegend bedeuten. Die Wallfahrtskapelle und der kleine Platz vor ihr sind perfekt gepflegt, und sogar ein Häuschen mit öffentlich zugänglichen Toiletten wurde eigens für Pilger und andere Besucher gebaut. 

Gruppen aus den umliegenden Dörfern 

„Es ist für mich eine schöne Sache, hierher zu kommen und Gottesdienst zu feiern“, sagt Pfarrer Stefan Dumont von der Pfarrei Mittelrhein St. Josef, zu der auch Windhausen gehört. „Es ist einfach ein besonderer, heimeliger Ort. Und in der Pfarrei eine Marienwallfahrt zu haben, finde ich ganz reizvoll.“ Für die Menschen hier habe die Wallfahrt eine große Bedeutung. Im Laufe des Mais kämen sie in Gruppen aus den umliegenden Dörfern nach Windhausen, um hier die Gottesmutter zu sehen. „Für sie ist das einfach ein Stückchen Himmel hier mitten in ihrer Region.“ Neben der im Mai beginnenden Wallfahrt dient die Kapelle der Gemeinde Herschwiesen auch als Winterkirche. 

Wie man an den Gedenktafeln sieht, nehmen die Leute auch Verschiedenes mit von hier.

Josef Seus

Auch Dieter Dieler aus Boppard-Oppenhausen ist mit der Kapelle eng verbunden, da er in den 1980er-Jahren selbst an der Renovierung beteiligt war. Für ihn hat die Schwarze Madonna eine große Bedeutung für die gesamte Region. „Man sieht es daran, dass wir jedes Jahr sehr viele Pilgergruppen hier haben, die immer wieder kommen, sich immer wieder anmelden“, sagt Dieler. Er hoffe, dass die schönen Wanderwege im Umland den einen oder anderen auch nach Windhausen locken können.

Die Menschen nehmen etwas mit von hier

Anneliese Seus (70) aus dem Ort kümmert sich als Küsterin gemeinsam mit ihrem Mann um die Wallfahrtskapelle. Sie ist bereits seit ihrer Kindheit mit der Muttergottes verbunden. Ihre Mutter habe ihr früher schon beigebracht, Altäre zu schmücken. „Da hab ich das schon gelernt und mach es auch heute gerne hier.“ Wie viel ihr „Arbeitsplatz“ ihr bedeutet, ist offensichtlich. „Morgens, wenn ich hier nach dem Rechten schaue, denke ich, ich habe den schönsten Ort für ein Morgengebet. Sorgen und alles, was man im Herzen trägt, sind bei der Muttergottes gut aufgehoben.“

Auch Ehemann Josef (73) kennt die Kapelle seit seiner Jugend. „Sie wurde mir quasi mit in die Wiege gelegt.“ Was ihn am meisten erstaune, sei der große Andrang der Gläubigen. Er schließe die Kapelle jeden Morgen um 8 Uhr auf und um 19 Uhr wieder zu. Teilweise stünden Menschen schon um halb acht vor der Tür des Gotteshauses. „Wie man an den Gedenktafeln sieht, nehmen die Leute auch Verschiedenes mit von hier“, sagt er. 
Auch dieses Jahr hoffen alle Beteiligten wieder auf viele Besucher während der Wallfahrtsaison – und natürlich auf schönes Wetter.

Info

Die Pfarrei lädt zur Eröffnung der Pilgersaison am 1. Mai um 10 Uhr zu einem Gottesdienst in der Kapelle von Windhausen ein.

Infos zur Schwarzen Madonna von Windhausen findet man hier.