Nachbarschaftshilfe:Den Nachbarn zur Seite stehen

Schweich. Seit dem Jahr 2022 gibt es in der Pfarrei den „Männertreff“, dem mittlerweile über 40 regelmäßige Teilnehmer angehören. Gemeinsame Frühstücke und Besichtigungen, Vorträge und Ausflüge oder Rad- und Wandertouren stehen auf dem Programm, für das die Aktiven stets einen Halbjahresplan aufstellen.
Die jüngste Aktivität der Gruppe stellt aber andere Menschen in den Mittelpunkt – jene, die in der Pfarrei Unterstützung in ihrem Alltag benötigen. „Wir sind derzeit 16 Männer, die sich in der Nachbarschaftshilfe engagieren“, sagt Bruno Christmann, auf dessen Anregung hin sich die neue Initiative gebildet hat. „Wir haben uns aufgeteilt in vier Gruppen, die für Gespräche und Besuche, für einen Fahrdienst, für Behördengänge und Einkäufe sowie für handwerkliche Hilfen zuständig sind“, erklärt Christmann, der die Einsätze koordiniert.
Hilfe für Alleinstehende, Ältere und in Not Geratene
„Im Moment wird der Fahrdienst am häufigsten angefragt, aber das Angebot läuft ja jetzt erst an“, sagt der 77-Jährige, der vor zwei Jahren mit seiner Frau von Riol in den Schweicher Stadtteil Issel zugezogen ist. Derzeit versuchen die Männer, ihr Angebot für Menschen in der Pfarrei Schweicher Land bekannt zu machen.
In einem gerade erstellten Infoblatt beschreiben sie das Ziel der Initiative, „älteren, alleinstehenden oder in Not geratenen Menschen in Alltagssituationen unterstützend zur Seite zu stehen – sei es durch kleine praktische Hilfen, Begleitung zum Arzt oder bei Behördengängen oder einfach durch ein offenes Ohr“.
Wichtig ist uns dabei, älteren Menschen soziale Kontakte zu ermöglichen.
Bruno Christmann
Das könne Seniorinnen und Senioren auch dabei helfen, länger in ihrem eigenen Zuhause leben zu können, meint Christmann. „Wichtig ist uns dabei, älteren Menschen soziale Kontakte zu ermöglichen; das steht im Vordergrund“, sagt der ehemalige Rioler Beigeordnete, der sich schon lange gesellschaftlich in verschiedenen Feldern engagiert.
Von den sozialen Kontakten und besonders dem Fahrdienst profitiert bereits Elfriede Heim-
Idselis. Die 85-Jährige wohnt nur wenige Häuser von Christmann entfernt und wird von Michael Hoffmann aus der Nachbarschaftshilfe zu einer Trierer Augenklinik gefahren, wo sie regelmäßig Termine hat. „Ich kann ganz schlecht laufen und gehe nicht alleine vor die Tür. Wegen Gleichgewichtsstörungen brauche ich jemand, der mich hält. Da ist es ideal, an der Tür abgeholt zu werden“, sagt die alleinlebende Seniorin.
Unterstützung beim Knüpfen von Kontakten
Die gesellige ältere Dame ist glücklich über das Angebot und würde sich über weitere Kontakte zu Menschen freuen, die ihrerseits nicht immer alleine sein wollen. „Wir versuchen, entsprechende Kontakte herzustellen“, sagt Christmann über ein Bemühen, in das er auch die Frauengruppen der Pfarrei einbinden möchte. Für die Fahrt nach Trier bezahlt Heim-Idselis 30 Cent pro Kilometer und die Parkgebühren – und rundet bereitwillig auf.
Ansonsten sind die Angebote der Nachbarschaftshilfe kostenlos – aber nicht „umsonst“, denn für die Menschen der Pfarrei sind sie ein Gewinn.