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Pater Stephan Senge:Als Suchender unterwegs

An die 60 Prosa- und Lyrikbände hat der Himmeroder Mönchsautor Pater Stephan Senge schon geschrieben. Auch in seinem neuesten Buch „Opus. Vom Mönch und Menschen“ lädt er wieder ein, zu einer Sinn- und Spurensuche aufzubrechen.
Pater Stephan signiert sein neuestes Buch mit dem Titel „Opus“.
Datum:
15. Juni 2026
Von:
Stefan Endres

Er ist zwar Ordenspriester und damit ein „Pater“, aber lieber werde er als „Bruder Stephan“ angesprochen. „Damit fühle ich mich am wohlsten“, sagt der 92-Jährige, der vor 68 Jahren in das Kloster Himmerod eintrat. Als Mönch und als Suchender unterwegssein, das ist sein Leben – auch in seinem jahrzehntelangen Wirken als Autor.

In seinem jüngsten Buch mit dem Titel „Opus. Vom Mönch und Menschen“ geht es um einen Detektiv mit dem Namen Maut, „der einem Mönch auf die Spur kommen möchte“, erzählt der Zisterzienser bei einer Lesung in der Autobahn- und Radwegekirche St. Paul in Wittlich. Mit Fragen wie „Was tun die Mönche eigentlich? Wozu sind sie da? Und hat das Zukunft?“ folge der Detektiv der Spur des Ordensgeistlichen, dem er unter anderem nach Afrika nachreist. So wird „Maut“ ein Suchender wie jener, der es als Mönch schon ein Leben lang ist. „Alles mündet ein in ein Unterwegssein mit und in Gott – und es geht um ‚Auskundschaften‘“, sagt Bruder Stephan über den roten Faden, dem er in diesem und in vielen anderen seiner Werke folgt.

Der Mönch und sudanesische Entwicklungshelfer engagiere sich – auch literarisch – für den Frieden, sagt Verleger und Autor Rüdiger Heins (Niederheimbach) über den Dichtermönch zu Beginn der Lesung. „Er verdichtet Sprache und verwebt sie zu einem spirituellen Klangerlebnis“, so Heins. „Er ist ein Dichter, der mit geschliffenen Versen und melodischen Prosaminiaturen einen unverkennbaren Stil entwickelt hat“, sagt er über den Autor, der die „Tradition monastischer Dichtung“ pflege.

Außer einigen der 88 kleinen Opus-Kapitel las Bruder Stephan Auszüge aus seinem Buch „Gott am Rand. Psalmen“ und aus einem Manuskript, aus dem schon sein nächstes Werk entsteht – mit dem Titel „Ein vernünftiger Mönch tut das nicht“. Auch darin bleibt er sich dem „Erkunden“ nicht ausgetretener Pfade treu und pflegt seinen etwas – wie er sagt – „ver-rückten“ Blick auf die Welt, abseits des manchmal allzu Normalen.

Musikalisch gestaltete die Sängerin Gabriela Heins die Lesung, unter anderem mit eigens einstudierten mittelalterlichen Antiphonen von Hildegard von Bingen. Die Auszüge aus ihrem spirituellen Musikprogramm „Meine Seele singe“ begleitete sie mit dem Saiteninstrument Tambura, einer sogenannten Schamanen-Trommel und einer Flöte.

Info

Stephan Reimund Senge: Opus. Vom Mönch und Menschen. Edition maya, Taschenbuch, 193 Seiten, ISBN 978-3-911868-03-7, 20 Euro. Erhältlich ist es im Buchhandel oder im Online-Shop der Abtei Himmerod unter www.abteihimmerod.com/p/opus-1.
Als nächstes liest der Autor am 23. Juni um 19 Uhr in der Volksbank-Filiale in 53518 Adenau (Hauptstraße 47).