Kloster Bruche:Begegnung und Geborgenheit

Betzdorf. Bei dem Fest, zu dem die Diakonie Südwestfalen als Trägerin der Einrichtung sowie der Förderverein eingeladen hatten, wurde an die Geschichte des früheren Klosters erinnert, aber auch ein Signal für die Zukunft gesetzt.
Beim morgendlichen Gottesdienst in der vollbesetzten Kapelle wurde die Verankerung der Einrichtung in der Region deutlich. „Ein Jahrhundert voller Geschichten, Geschichte, Begegnung und gelebter Menschlichkeit lebt hinter diesen Mauern“, sagt Hospizleiterin Yasmin Brost in ihrer Begrüßung. Als Hospiz erfülle das Haus weiterhin einen besonderen Auftrag: Menschen am Ende ihres Lebens Nähe, Würde und Geborgenheit zu schenken. Pfarrer Dr. Augustinus Jünemann griff den Gedanken auf und betonte, dass das Kloster fast 100 Jahre lang ein Ort der Begegnung und Zuflucht gewesen sei – dies lebe heute im Hospiz weiter. Der evangelische Pastor Michael Straka erklärte, nicht allein die Steine machten einen Ort aus, sondern der Geist, mit dem Menschen den Ort erfüllten. Dazu passt die Geste, mit der die Besucher in den Gottesdienst eingebunden wurden: Auf kleine Steine, die später zu symbolischen Grundsteinen für den geplanten Neubau werden sollen, durften sie Wünsche und Gedanken für das zukünftige Hospiz notieren.
Die Geschichte des Hauses wird weitergeschrieben
Als Vertreter der Missionare der Heiligen Familie, die das Kloster 1926 gegründet und fast 100 Jahre lang geprägt hatten, war Pater Michael Baumbach angereist. Vor vier Jahren seien er und seine Mitbrüder nach Münster aufgebrochen – eine Veränderung, die nicht leicht gewesen sei. Doch der Gedanke, dass die Geschichte des Hauses nicht enden, sondern weitergeschrieben würde, sei ein Trost gewesen. Auch Diakonie-Geschäftsführer Dr. Josef Rosenbauer bilanzierte, dass die Entscheidung, das Gebäude in ein ökumenisches Hospiz zu verwandeln, richtig gewesen sei. Sein besonderer Dank galt dem gesamten Hospizteam um Leiterin Brost.
Nach dem Gottesdienst zog es die Festgemeinde nach draußen. Die Wunschsteine wurden nahe dem zukünftigen Neubau-Standort niedergelegt, ehe ein Apfelbaum gepflanzt und unter Gottes Segen gestellt wurde. Zum Festreigen auf dem Klostergelände hieß der Vorsitzende des Fördervereins, Michael Lieber, auch Gäste aus der Kommunal- und Landespolitik willkommen – unter anderem Landrat Dr. Peter Enders, den Kreisbeigeordneten Tobias Gerhardus, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain, Joachim Brenner, die Landtagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler, den Stadtbürgermeister und Landtagsmitglied Johannes Behner sowie die Ortsbürgermeister Harald Dohm (Scheuerfeld) und Boris Bläser (Wallmenroth).
Zu den Einrichtungen, die vor Ort an Infoständen ihre Arbeit vorstellten, gehörten der Ambulante Hospizdienst Betzdorf/Kirchen, die Palliativstation des Diakonie-Klinikums Kirchen, die Ökumenische Sozialstation Betzdorf-Kirchen, die Katholische Frauengemeinschaft Bruche sowie der Betzdorfer Geschichtsverein, der zum Jubiläum ein neues Buch über die Historie des Klosters veröffentlicht hat.