Ehrung:Ein „Wohlverdienter“

Die Liste des beruflichen, sozialen und gesellschaftlichen Engagements von Jürgen Schäfer umfasst Dutzende Aktivitäten. Er ist Autor von zig Beiträgen in medizinischen und osteopathischen Fachbüchern. Er hat die Chronik der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Kelberg verfasst. Und legt in Kürze den zweiten von drei geplanten Bänden über den heiligen Sebastian vor. Gemeinsam mit Ehefrau Irmgard führt Jürgen Schäfer aktuell noch eine physiotherapeutische Privatpraxis in Retterath in der Verbandsgemeinde Kelberg; das Paar hat zwei erwachsene Kinder und vier Enkel.
Die Zahl seiner Auszeichnungen ist zweistellig. Nun kommt mit der Verleihung der Medaille „Bene Merenti“ auch aus Rom die Ansage, dass Schäfer ein „Wohlverdienter“ sei. Die Nachricht von der Verleihung, die der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters am 12. September im Auftrag von Papst Leo XIV. vornimmt, erfülle ihn mit tiefer Freude, erklärt Schäfer im Gespräch mit dem „Paulinus“. „Ich sehe es als die Summe all dessen an, was ich in meinem bisherigen Leben an Engagement für die Kirche, die Gesellschaft und das Schützenwesen aufbringen konnte“, resümiert der 69-Jährige. Und betont: „Ohne den Rückhalt und die Unterstützung meiner Familie und besonders meiner Ehefrau wäre das in dem Umfang niemals möglich gewesen.“
Heiliger Sebastian gibt ihm Kraft und Zuversicht
Schon seit langem sei der heilige Sebastian sein Vorbild und gebe ihm Kraft und Zuversicht, erzählt er. Der Märtyrer ist Patron der Schützenbruderschaft Kelberg, in der Schäfer seit 1984 Mitglied ist. Aktiver Schütze war er als Zwölfjähriger in seinem Geburtsort Anschau (Landkreis Mayen-Koblenz) geworden. Dort war er Messdiener. Seit seiner Jugend ist Schäfer als Chor- und Solosänger in Gottesdiensten aktiv. Er ist im Pfarrgemeinderat der Pfarrei Kelberger Land St. Christophorus und stellvertretender Brudermeister der Kelberger Schützen.
Ich glaube an das Gute im Menschen.
Jürgen Schäfer
Mit Blick auf die Schattenseiten der Kirche räumt er ein, dass er sich mehrfach mit dem Gedanken getragen habe, auszutreten. Der Missbrauch durch Geistliche und der Umgang der Verantwortlichen damit sei unerträglich, meint er. Der Umgang der Amtskirche mit den Frauen sei nicht mehr zeitgemäß, erklärt er. Er setze sich immer wieder kritisch mit der Kirche auseinander – „doch ich unterscheide zwischen Amtskirche und Glauben“, betont Schäfer. Das sei besonders der Fall gewesen, als bei ihm vor acht Jahren eine Tumorerkrankung diagnostiziert wurde und er „das ganze Programm“ an Operationen und Therapien habe durchstehen müssen. „Ich finde noch heute nicht die richtigen Worte, um meine Gefühle mit Blick auf mein eventuelles Sterben auszudrücken“, sagt er. In der Zwiesprache mit Gott und sich selbst gebe es Antworten, glaubt er.
Er sei ein Fan der Schöpfung, er habe Ehrfurcht vor der Natur, betont Schäfer, der mit seiner Frau in einem alten renovierten Bauernhaus mit großem Gelände in dem 300-Seelen-Dorf Retterath lebt. „Ich glaube an das Gute im Menschen“, betont er. „Und bin überzeugt, dass die Grundsätze des christlichen Glaubens unabdingbar sind als Fundament einer funktionierenden Gesellschaft und Gemeinschaft."