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Sprachcafé:Sensibler für andere Kulturen

Seit acht Jahren ist das interkulturelle und inter­religiöse Hargesheimer Sprachcafé im Pfarrheim in der Schillerstraße 2 zweimal im Monat ein Ort der Begegnung für Jung und Alt, für geflüchtete wie alteingesessene Menschen.
Das Leitungsteam des Hargesheimer Sprachcafés (von links): Marita  Raude-Gockel, Irmgard Daum, Astrid Pflügl, Monika Feidner und  Beate Freimuth.
Datum:
18. Juli 2026
Von:
Julia Fröder

Hargesheim. Jeden Monat (mit einer Pause während der aktuellen Sommerferien) gestaltet das Team in Kooperation mit der Pfarrei Sponheimer Land an jedem zweiten und vierten Donnerstag ab 16.30 Uhr Mitmach-Aktionen wie einen Singkreis sowie Spiel-, Bastel- und Vorleseangebote – aber auch ein Friedensgebet ist regelmäßiger Teil der Nachmittage. 

Die private Initiative hat rund ums Jahr viel zu bieten – bundesweiter Vorlesetag, Sommerfest auf dem Dorfplatz und weitere wechselnde Aktivitäten. „Wir wissen nie, wer kommt“, berichtet die Initiatorin Marita Raude-Gockel. „Wie viele Kinder werden da sein, sind Erwachsene dabei, die ihre Deutschkenntnisse vor der Sprachprüfung verbessern wollen oder haben sie gesundheitliche Probleme und dazu konkrete Fragen?“, gibt die gelernte Religionspädagogin einen Einblick in die Themen. 

Offener für Probleme, die sonst weit weg erscheinen

Oftmals erlebten die Ehrenamtlichen Schicksale hautnah mit. „Man wird offener für Probleme, die sonst weit weg erscheinen“, gibt Monika Feidner aus der Gruppe der Organisatoren zu. Das Ehrenamt habe sie sensibler gemacht für andere Kulturen – „und man bemerkt dabei sehr viele Ähnlichkeiten unter den Kulturen und Religionen“. Besucherin Anne Jakupta kommt gerne mit ihrem Sohn in das Pfarrheim nach Hargesheim. „Es ist gut, um Deutsch zu lernen und die Sprache zu verbessern“, sagt die Estin, die seit acht Jahren in Deutschland lebt. 

Organisiert wird das Café durch ein Leitungsteam bestehend aus fünf Ehrenamtlichen, die abhängig von unterschiedlichen Angeboten durch weitere Frauen und Männer unterstützt werden. „Wir hatten schon eine Klavierlehrerin hier, die den Kindern Klavierspielen nähergebracht hat“, führt Raude-Gockel ein Beispiel an. Es könne sich jeder nach seinen Neigungen und Interessen beteiligen. „Ich bastle zum Beispiel gerne und bringe dafür Ideen und Materialien mit“, sagt Feidner. 

Auch Jugendliche aus der Pfarrei helfen mit

Es sei auch schön zu sehen, dass Geflüchtete, die schon länger in Deutschland sind, den Neuen beim Ankommen helfen, berichten die Verantwortlichen. Als Kooperationspartner stellt die Pfarrei ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung, übernimmt die Verwaltung der Finanzen und unterstützt bei der Bewerbung. Zu Seelsorgenden wie Gemeindereferent Bernhard Dax sowie den Mitarbeitenden der Verbandsgemeinde und Kreisverwaltung bestehen gute Verbindungen. Auch Jugendliche, die im Rahmen ihrer Firmvorbereitung mithelfen, sind regelmäßig dabei. „So lernen sie unser diakonisches Wirken kennen. Wir sind Kirche nahe bei den Menschen“, sagt Raude-Gockel.  

Die Aktivitäten sind für die Teilnehmenden kostenlos. Das Sprachcafé hat 300 Euro durch einen Fonds für Soziale Teilhabe des Bistums Trier erhalten und ist ansonsten auf Spenden angewiesen. Alle seien herzlich dazu eingeladen vorbeizuschauen, mitzumachen und „ein Teil dieser lebendigen Gemeinschaft“ zu werden, erklärt das Team. 

Info

Das nächste Sprachcafé findet nach Ende der Sommerferien am 14. August ab 16.30 Uhr statt.