Bistumswallfahrt nach Lourdes:Nächstenliebe bei der Wallfahrt

105 Pilgerinnen und Pilger hatten sich unter geistlicher Leitung von Weihbischof Robert Brahm, Dekan Dr. Jonas Weller und Gemeindereferent Bernd Schmitz auf den Weg zum französischen Wallfahrtsort gemacht.
Eine von ihnen war Sabine Schulze Schwering (50) aus Trier. Sie reiste gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter, deren großer Wunsch es war, noch einmal nach Lourdes zu pilgern. „Ich habe gehofft, Antworten auf einige Fragen zu finden, die mich sehr beschäftigen, und alle Anliegen, die mir von vielen mitgegeben wurden, der Muttergottes anzuvertrauen. Ich bin sehr reich beschenkt worden, auch in der heiligen Beichte.“ Es war Schulze Scherings erste Fahrt nach Lourdes, zuvor hatte sie mit ihrer Familie andere Wallfahrten unternommen. „Ich habe mich über unsere geistliche Begleitung, aber auch über alle Betreuer und die gesamte Pilgergruppe gefreut, die allesamt die Fahrt wirklich als Pilgerfahrt verstanden haben und nicht nur als touristische Attraktion.“ Sie nehme einen tiefen Frieden mit, den sie dort habe erfahren dürfen, und die Gewissheit, dass jeden Abend Tausende Gläubige bei der Sakraments- und Lichterprozession genau das tun, worum die Muttergottes gebeten habe.
Auch neun Schülerinnen fahren nach Lourdes
Wie in den vergangenen Jahren war auch diesmal wieder eine Schülergruppe der bischöflichen Sankt-Matthias-Schule Bitburg in Begleitung der Lehrer Anna Hamm und Philipp Gemmel unter den Teilnehmenden.
Vor der gemeinsamen Fahrt kannte Malena (15) Lourdes vor allem aus Berichten ihrer Großmutter: „Meine Oma war schon dort, und sie hat mir davon erzählt und Bilder gezeigt. Ich fand, das hat sich alles sehr schön angehört.“ Bei ihren acht Mitschülerinnen sah es ähnlich aus. Viele hatten schon von Familienmitgliedern gehört, die selbst in Lourdes waren.
Die Teilnahme an der Wallfahrt ist ein freiwilliges Angebot, das die Schüler im Rahmen ihres Sozialpraktikums wahrnehmen können. Es besteht bereits über 20 Jahre und richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufe 10. „Natürlich spricht dieses Angebot nicht jeden an“, erklärt Gemmel. Man habe aber dennoch jedes Jahr eine gleichbleibende Zahl von zehn bis 20 Schülern, die sich für die Wallfahrt anmelde. Nur ein Teil von ihnen ist auch außerhalb der Wallfahrt in der Kirche aktiv.
Gemmel sieht die Teilnahme an der Wallfahrt als Teil des Schulkonzeptes. „Wir sind eine Bistumsschule und damit auch christlichen Werten wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit verpflichtet.“ Die Fahrt nach Lourdes biete eine Möglichkeit, diese Werte auch in der Praxis zu leben.
Christliche Werte in der Praxis leben
Eigentlich ist vorgesehen, dass die Schüler kranke und behinderte Pilger auf der Wallfahrt unterstützen. In diesem Jahr wurde die Flugwallfahrt, die viele beeinträchtigte Menschen nach Lourdes bringen soll, wegen geringer Anmeldezahlen abgesagt. Unterstützen konnten die Schülerinnen trotzdem einige ihrer älteren Mitpilger. Lehrerin Anna Hamm, die die Gruppe ebenfalls begleitete, berichtet vom positiven Feedback, welches sie von den anderen Pilgern erhalten habe. „Sie waren alle hellauf begeistert von euch. Sie haben gesagt, wie toll es ist, so junge engagierte Menschen zu sehen, die dabei sind und uns unterstützen.“ Auch Sophie (15) hat diese Dankbarkeit für ihre Unterstützung gespürt. „Die Leute fanden es immer sehr schön, dass wir da waren und unsere Hilfe angeboten haben“, berichtet sie.
Theresa (15) sagt, sie habe bemerkt, welche Wirkung der Ort vor allem auf die älteren Menschen hat. „Sie hatten ab einem bestimmten Zeitpunkt alle richtig viel Kraft und Energie. Das war wirklich süß zu sehen.“