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Motorradwallfahrt:An Weihwasser mangelt es nicht

Jubiläum in Klausen: Zum bereits 30. Mal hat in dem Pilgerort eine Motorradwallfahrt stattgefunden. Die spezielle Mischung aus Segen, Spaß, Musik und dem Treffen mit Gleichgesinnten macht ihren Erfolg aus.
Motorradfahrer in Klausen.
Datum:
14. Mai 2026
Von:
Christina Bents

Klausen. Sie ist der publikumswirksamste Programmpunkt der Pilgersaison und steht gleich zu ihrem Anfang: Die Motorradwallfahrt lockt seit 1997 am letzten Aprilwochenende zwischen 800 und 3000 Menschen zur Kirche Maria Heimsuchung in den Pilgerort zwischen Eifel und Mosel. 

Der Rekord war im Jahr 2001 mit 4000 Bikern und Besuchern. Schon zur ersten kamen Tausend, gerechnet hatten die Verantwortlichen nur mit 250. Pater Heinz-Josef Babiel hatte sie damals ins Leben gerufen. Dominikanerpater Albert Seul, der aktuelle Wallfahrtsrektor, unterstreicht: „Seinem Mut, die Motorradwallfahrt zu machen und damit einem anderen Publikum die Kirche näherzubringen, ist es zu verdanken, dass wir heute Jubiläum feiern können. Die Motorradwallfahrt wird als Zeichen einer modernen Kirche wahrgenommen, die aufgeschlossen ist und mit den Menschen in Kontakt kommen will.“

Dazu trägt bei, dass der Gottesdienst und die Segnung im Freien stattfinden und mit Musikern wie „Papa Joe“ aus Leipzig, Joe Kasel oder der „Leyendecker Bloas“ andere Songs zu hören sind, als sie im klassischen Gottesdienst vorkommen, wobei auch sie Kirchen- und Glaubensbezüge haben. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die entspannte Stimmung, die während der Motorradwallfahrt herrscht, vor allem nach dem Gottesdienst, in dem Seul seit rund fünfzehn Jahren Impulse mitgibt – in diesem Jahr ging es etwa darum, dass man sich wie der „Gute Hirte“ verhalten solle, auch im Straßenverkehr, schützend und defensiv. Der Dominikaner griff auch die aktuelle Energiekrise auf und stellte die Frage, von welcher Tankstelle wir unsere eigene, persönliche Energie hernähmen. 

Rund 850 Motorräder und 2000 Besucher

Anschließend ging es zur Segnung, bei der mit Weihwasser einmal mehr nicht gespart wurde: Insgesamt hat Seul in seiner Zeit in Klausen rund 2500 Liter Weihwasser bei der Motorradwallfahrt gebraucht. In diesem Jahr wurden 850 Motorräder gesegnet, teilweise waren sie doppelt besetzt, und es waren zudem viele Besucher da, so dass die Verantwortlichen davon ausgehen, dass insgesamt rund 2000 Menschen vor Ort waren. Der Wallfahrtsrektor: „Für mich ist die Messe unter freiem Himmel mit den Bikern immer wieder etwas Besonderes. Natürlich macht mir die Segnung am meisten Spaß. Da wird nicht mit Weihwasser gespart, und ein bisschen Gaudi darf dann auch sein. Gott ist keine Spaßbremse und hat viel Humor, genauso wie ich.“ 

Er habe zudem den Eindruck, dass viele „Biker“ christlich unterwegs seien. Besondere Momente waren für ihn, als man den Gottesdienst mal aus organisatorischen Gründen in der Kirche gefeiert hat und er mit dem Motorrad hineingefahren kam. Gut findet der Ordensmann, dass immer auch neue Gruppen kommen. Seit einigen Jahren sind etwa die Fahrer des dreirädrigen Kleintransporter-Modells „Ape“ zu einer festen Größe geworden, von denen sich einige auch außerhalb der Wallfahrt in der Kirche engagierten.

Gaby Bollig, die schon bei der ersten Motorradwallfahrt dabei war, fasst es so zusammen: „Man sieht tolle Motorräder, trifft Menschen, die man lange nicht mehr gesehen hat, der Pastor geht locker mit den Bikern um, die Musik passt, und man kann gemütlich mit Gleichgesinnten zusammen den Tag genießen.“

Zum Jubiläum gab es diesmal neben dem gewohnten Aufkleber auch einen speziellen Schal.