Zum Inhalt springen

Glaubenskurs:Sprachfähig werden im Glauben

Im Pastoralen Raum Saarbrücken ist ein neuer Glaubenskurs für Erwachsene gestartet, der sich mit den „Sieben großen Worten“ befasst. Bei der Veranstaltung Ende Februar ging es ums Thema Versöhnung.
Mehrere Menschen sitzen im Kreis und tauschen sich aus
Datum:
21. März 2026
Von:
Oli Hilt

Saarbrücken. Der Abend begann gleich sehr intensiv. In Zwiegesprächen tauschten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber aus, was ihnen zum Wort „Versöhnung“ einfällt, welche Erfahrungen und Erlebnisse sie damit in ihrem eigenen Leben verbinden, um dann dem „großen Wort“ in größerer Runde weiter nachzuspüren. „Das war sehr inhaltsreich“, resümierte eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung.

Jeweils am letzten Mittwoch eines Monats findet der Glaubenskurs im Johannesfoyer in Saarbrücken statt. „Wir wollen im Pastoralen Raum einen Raum schaffen, in dem sich Christinnen und Christen gegenseitig ermutigen und üben können, im Glauben sprach fähig zu werden“, erläutert Pastoralreferent Dr. Thomas Equit die Idee und ergänzt: „Nach meiner Wahrnehmung bieten wir als Kirche Erwachsenen zu wenig an, um über ihren Kinderglauben hinauszukommen. Das persönliche Gebet oder der Besuch von Gottesdiensten reichen vielen, die auf der Suche sind, dafür nicht aus.“

 Dass es dafür Bedarf gibt, zeigten die lebhaften Gespräche an dem Abend eindrucksvoll. Beim Austausch über das Gleichnis vom Verlorenen Sohn wurden unterschiedliche Blickwinkel deutlich, die auch von eigenen Lebenserfahrungen sowie Einstellungen inspiriert und geprägt sind.

Über die Bibel sprechen anhand eigener Erfahrungen

„Wenn jemand selbst ausspricht, was er damit verbindet, dann redet er ganz anders darüber“, betont Equit. Und genau darum gehe es bei diesem Glaubenskurs für Erwachsene: sprachfähig werden im Glauben.

Equit lehnt sich dabei an einen Gedanken des irischen Schriftsteller Clive Staples (C. S.) Lewis an: „Der wirkliche Test (für den Glauben) ist die Umgangssprache. Wenn Sie das, was Sie glauben, darin nicht ausdrücken können, dann haben Sie es entweder nicht verstanden oder Sie glauben es in Wirklichkeit gar nicht.“ Der Ablauf orientiert sich an der Methode der sieben Schritte, einer aus Südafrika stammenden Praxis und eine „sehr leichte Methode, um in ein Gespräch über die Bibel zu kommen. Eine Methode, die „auf Erfahrung abzielt und nicht exegetisches Spezial wissen“, die erschließt, was die Bibel mit dem eigenen Leben zu tun hat und dazu beiträgt, sich gegenseitig zu ermutigen im Glauben. „Das finde ich eine gute Ausrichtung im Umgang mit der Bibel“, betont Equit und ergänzt: „Ansonsten sind wir oft ja schon relativ verkopft.“

Ich habe nicht unbedingt erwartet, dass die Gruppe so mit geht und mitmacht.

Thomas Equit

Was Thomas Müller (aus der früheren Pfarrei Christkönig, heute Alt-Saarbrücken/St. Arnual) besonders beeindruckt hat: „Dass alle erstaunlich offen waren, die Leute erzählen auch sehr persönlich, das hat mich teilweise tief berührt“. Richardo Foschia (eben falls aus der neuen Pfarrei St. Arnual) war angetan davon, „dass es möglich ist, mit Menschen, die man wenig oder kaum kennt, trotzdem tiefe Gespräche über den Glauben, Bibelstellen und wichtige große Begriffe wie Versöhnung zu führen“. Auch Thomas Equit zeigte sich positiv überrascht: „Ich habe nicht unbedingt erwartet, dass die Gruppe so mit geht und mitmacht.“

Teilnahme ist kostenlos und flexibel gestaltbar

Ein Hintergrund für den „Glaubenskurs für Erwachsene“ sei auch gewesen, Menschen ein An gebot zu machen, die sich als Erwachsene überlegen, sich taufen zu lassen oder eben nochmal neu mit ihrem Glauben beschäftigen wollen. Das Bedürfnis danach sei vielfach geäußert worden. Des halb sei wichtig, dass es sich um ein regelmäßiges Angebot handelt und dass sich herumspricht, dass die Termine für jeweils ein halbes Jahr feststehen. Die Teilnahme ist kostenlos, und es gibt auch die Möglichkeit, nur an einzelnen Abenden teilzunehmen.

Info

Die nächsten Treffen finden am 25. März, 29. April, 27. Mai und 24. Juni statt. Kontakt: Pastoraler Raum Saarbrücken, Dr. Thomas Equit, Telefon (06 81) 90 68-2 16, E-Mail thomas.equit@bistum-trier.de.