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Siegprozession:„Siejerlänner Platt“ im Wallfahrtsort Kevelaer

Die jährliche Siegprozession nach Kevelaer reicht mehr als 140 Jahre zurück. In diesem Jahr trafen die Pilger am Niederrhein mit dem aus Niederfischbach stammenden Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing einen alten Bekannten.
Bischof Georg Bätzing inmitten einer Gruppe Pilgerinnen.
Datum:
5. Sept. 2026
Von:
Joachim Wegener

Niederfischbach/Kevelaer. An der Neuauflage der Wallfahrt zum Marienwallfahrtsort nahmen gut 150 Gläubige aus den Pfarreien im mittleren Siegtal sowie den Nachbargebieten teil. Auf dem Kapellenplatz in Kevelaer traf die Gruppe auf den früheren Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, der vor seiner Wahl zum Limburger Bischof in seinem Heimatbistum Trier unter anderem als Wallfahrtsleiter und Generalvikar tätig war. Vor allem für die Pilger aus Niederfischbach war das Treffen wie ein Heimspiel, zumal Bischof Bätzing keinen Zweifel an seiner Heimatverbundenheit aufkommen ließ, wie er in seiner Begrüßung in der Basilika klarstellte: „Hier im Wallfahrtsort spricht man viele Sprachen und heute sogar echtes Siejerlänner Platt!“ 
Neben dem offiziellen zweitägigen Programm mit Gottesdiensten, Kreuzweg, Krankensegen, Ehrungen und Lichterprozession gab es mehrere herzliche Begegnungen mit dem Oberhirten, der aus der früheren Pfarrei St. Mauritius und Gefährten stammt, die heute zur 2025 errichteten Pfarrei Trierer Insel St. Barbara gehört. „Dat es emmer noch os Georg“, sagte die Pilgerin Angelika Hejl, und Agnes Schirmuly fügte hinzu: „Er war schon in der Jugend in unserer Pfarrei sehr engagiert.“ 

„Es ist schön, dass Ihr die Tradition erhaltet“

Nicht nur bei unzähligen Einzelgesprächen, sondern auch bei seiner Predigt in der Basilika zeigte sich Bätzing beeindruckt über die fortwährende Teilnahme an der Siegprozession: „Es ist schön, dass Ihr die Tradition erhaltet und Maria, der Trösterin der Betrübten, die Ehre erweist.“ Gerade an einem Wallfahrtsort wie Kevelaer, wo kein Platz für Egoismus und Unversöhnlichkeit sei, könne der Blick auf Maria bei der Lösung von Problemen und Sorgen helfen, betonte der Niederfischbacher. 

Seitens der priesterlichen Leitung griff Pfarrer Wolfgang Winkelmann (Siegen) das neue Wallfahrtsmotto „Raum geben“ auf. „Es ist ein einfaches Wort mit großem geistlichen Programm“, sagte er im Hinblick auf die Einladung an die Pilgerschar, am Gnadenbild Mut, Trost und Zuversicht zu finden. Dr. Rainer Killich vom Wallfahrtsbüro ehrte zusammen mit Winkelmann vier Mitglieder der Siegprozession für langjährige Teilnahmen: Seit 25 Jahren sind Traudel und Pierre Tous (Kirchen) mit dabei. Bereits seit 40 Jahren gehört Margret Becher (Birken-Honigsessen) zur Pilgerschar. Und sogar seit 50 Jahren ist Bernard Bauschert (Lennestadt, früher Alsdorf) mit der Siegprozession nach Kevelaer unterwegs.