Zum Inhalt springen

Karneval:Jecke Deichmatrosen entern „Dom-Café“

Bis in die 1960er-Jahre sorgte die „Deichmarine“ in Bad Neuenahr für gute Laune im Karneval. Der Förderkreis „Hemmessener Dom“ hat die närrische Gruppe neu gegründet.
Gruppenbild der Deichmatrosen mit Karnevalsprinzessin Birgit I.
Datum:
12. Feb. 2026
Von:
Tobias Wilhelm

Neuer Untertitel

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Hemmessener Dom“ lautet im Volksmund der Name für die Kapelle St. Antonius und St. Sebastian, die wegen Sanierungsarbeiten bis auf weiteres geschlossen ist. Der von Pastoralreferent Markus Hartmann geleitete Förderverein hat mit dem Stadtteiltreff „Dom-Café“ unterdessen in einer ehemaligen Bäckerei einen alternativen Ort geschaffen, an dem regelmäßiges kirchliches und gesellschaftliches Leben stattfinden kann.

Dazu gehört im Rheinland in der fünften Jahreszeit auch und gerade der Karneval. Bereits in der zweiten Session mischt die neu aufgestellte Deichmarine, die an die Tradition der in den 1920er-Jahren gegründeten gleichnamigen Karnevalsgruppe anknüpft, kräftig mit im närrischen Leben der Kurstadt an der Ahr. 

Schon seit Mitte Januar herrscht Ausnahmezustand

Der Name spielt auf einen einst zum Betrieb von vier Wassermühlen angelegten Kanal an, der den Mühlenteich mit der Ahr verbindet und auf beiden Seiten durch kleine Deiche abgegrenzt wird. 

Der Höhepunkt des Karnevalstreibens ist für die rund 20 Leichtmatrosen vom Kindes- bis ins Seniorenalter stets der Umzug der Neuenahrer Schinnebröder, der diesmal am 8. Februar stattfand. Aber schon Mitte Januar herrschte im Veedelstreff närrischer Ausnahmezustand. Unter dem Motto „Jecke Tön u’m Deich“ gab es an zwei Tagen Gelegenheit, gemeinsam und aus voller Brust kölschen Karnevalsliedern aus acht Jahrzehnten zu frönen. Dazwischen gab es jede Menge Quatsch, Quiz- und Tanzeinlagen, die für gute Laune und Gelächter sorgten – auch bei der Bad Neuenahrer Karnevalsprinzessin Birgit I., die mit ihrem Hofstaat der Deichmarine ihre Aufwartung machte. „Diese Sitzungen gleichen bei uns einem bunten Abend, bei dem sich jede und jeder mal zum Affen macht, was Lustiges einstreut und sich ansonsten getragen weiß von einer guten, wohlwollenden Gemeinschaft“, erklärte Nicole Welsch, die Erste Offizierin der Matrosen. Diesem Zweck diente auch ein närrischer Flohmarkt, bei dem an gleich sechs Terminen zahllose Kostüme zum kleinen Preis feilgeboten wurden. 

Das Miteinander vor Ort stärken und Nachbarn zusammenbringen: „Genau das ist unser Ziel“, zog auch Hartmann eine positive Bilanz der närrischen Angebote.