Christlicher Gesprächskreis für Eltern:Gemeinsam Glauben lebe

Neuer Untertitel
Tholey/Nohfelden. „Christlicher Gesprächskreis für Eltern“ lautet das neue Angebot, das künftig an jedem ersten Montag im Monat stattfinden soll. Initiatoren sind Sandra und Florian Singer aus Nohfelden-Eiweiler gemeinsam mit Lehramtsstudentin Michelle Schnur.
Willkommen sind aber nicht nur Eltern und Kinder: „Es können gerne auch Großeltern mit ihren Enkeln kommen, aber auch Menschen ohne Kinder oder Einzelpersonen“, sagt Sandra Singer. „Kinder sollen erfahren, dass es nichts Unnormales ist, gläubig zu sein“, sagt die 42-Jährige. Sie selbst erfahre aufgrund ihres Glaubens, weil sie Kirchgängerin ist, gerne pilgert und an Bibelkreisen teilnimmt, im privaten Umfeld viel Ablehnung: „Bestenfalls werde ich nur belächelt, oft sehr kritisch beäugt und schnell in eine extreme Ecke gestellt, der Bibelkreis als Gehirnwäsche bezeichnet“, sagt die Mutter von zwei Kindern. Diese Erfahrung hat auch die 22-jährige Michelle Schnur gemacht: „Man gilt im Freundeskreis schon als extrem, wenn man sonntags in die Kirche geht und vor dem Essen betet.“
Eine Gruppe, die sich Mut macht und bestärkt
Ihr Wunsch ist es, dass sich mit der Zeit aus dem Gesprächskreis eine Gruppe Gleichgesinnter bildet, die sich gegenseitig Mut macht und bestärkt, in einer säkularen Welt den Glauben zu praktizieren. „Ich bin mir sicher, dass es auch noch andere Familien wie uns gibt, wir müssen uns nur noch finden“, sagt Sandra Singer. Dafür haben die drei kräftig Werbung gemacht, den Flyer in den Kitas in der Umgebung verteilt. Unterstützt werden sie vom Pastoralen Raum Tholey und der Abtei Tholey, die die Räume zur Verfügung stellt. „Ich bin zwar gläubig, aber das würde ich mich nicht trauen – aus Angst vor Ausgrenzung“, schildert Singer die Reaktion einer anderen Mutter. „Und genau deswegen mache ich das!“
Sandra Singer hat selbst erst vor zwei Jahren wieder neu zum Glauben gefunden. „Ich bin zwar katholisch aufgewachsen mit Taufe, Erstkommunion und Firmung, aber außer an den Feiertagen wurde in der Familie der Glaube nicht aktiv praktiziert“, erzählt die 42-Jährige. Nach einem Besuch des Cafés in der Tholeyer Abtei besuchten ihr Mann und sie die Abteikirche. „In dem Moment habe ich etwas gespürt, dass da etwas ist, das mich nicht loslässt“, blickt sie zurück. Auch Florian Singer, damals noch evangelisch, beginnt, sich intensiv mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Vor Kurzem ist er zur katholischen Kirche konvertiert.
Sonntags in der Kirche mit dabei ist Tochter Dana, inzwischen sechs Jahre alt. „Da ist uns aufgefallen, dass Dana meist das einzige Kind ist.“ Das Ehepaar fürchtet, dass ihre Tochter, wenn sie älter wird, aufgrund des Glaubens der Familie Ausgrenzung erfährt. So kam ihnen die Idee für den Gesprächskreis, damit Kinder gemeinsam mit anderen im Glauben aufwachsen können.
Glaube hat Leben zum Positiven verändert
Über den Bibelkreis der Abtei lernt sie Michelle Schnur aus Schmelz kennen. „Ich verbinde mit der Abtei schöne Kindheitserinnerungen, mein Vater war hier Oblate und wir kennen einige der Mönche“, sagt Schnur. In der Jugend habe sie keinen Zugang mehr zum Glauben gehabt. Vor zwei Jahren besuchte sie wieder die Abtei, in der sie sich als Kind so wohlgefühlt hat – und entdeckte ihren Glauben wieder. „Das hat mich so bewegt, seitdem bin ich jeden Sonntag dort.“ Als sie von Sandra Singers Plänen hört, bietet die Grundschullehramts-Studentin ihre Unterstützung bei der Kinderbetreuung an. Denn der Glaube habe ihr Leben zum Positiven hin verändert, sagen beide Frauen.