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Sternsinger:„Bundeskanzler, wir kommen“

Sternsinger aus Hetzerath vertreten das Bistum Trier beim Dreikönigssingen im Bundeskanzleramt.
Die Sternsinger Emil, Klara, Lotta und Paul (von links) aus Hetzerath vertreten das Bistum beim Dreikönigssingen im Bundeskanzleramt in Berlin.
Datum:
1. Jan. 2026
Von:
Simone Bastreri

Bistum. Wenn der deutsche Bundeskanzler königliche Hoheiten empfängt, sind das in den seltensten Fällen Kinder und Jugendliche. Einmal im Jahr aber glitzert und funkelt das Kanzleramt in Berlin nur so von den Kronen auf jungen Häuptern: Wenn die Sternsinger ihren Segen bringen und auf die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit aufmerksam machen. Wie alle deutschen Bistümer entsendet die Diözese Trier eine Sternsinger-Gruppe ins Bundeskanzleramt. 

„Wir finden es schön, dass wir Kindern anderswo auf der Welt helfen können, denen es nicht so gut geht.“

Sternsinger Paul

Das Los-Glück fiel dieses Mal auf Emil, Lotta, Klara und Paul aus Hetzerath. Kurz vor dem Dreikönigstag am 6. Januar machen sie sich auf den Weg. Begleitet werden sie von ihren Müttern Anna Berg und Judyta Körner, die sich in Hetzerath seit Jahren mit Bettina Hoffmann ehrenamtlich für die Sternsingeraktion einsetzen.
Die vier Kinder und Jugendlichen aus der Verbandsgemeinde Wittlich sind echte Sternsinger-„Veteranen“: Acht Mal waren Paul (14) und sein Bruder Emil (13) als Caspar, Melchior oder Balthasar unterwegs, ihre kleine Schwester Klara (10) stieß im zarten Alter von vier Jahren dazu. Komplettiert wird die Gruppe von Klaras Freundin Lotta (10), die schon  zum sechsten Mal am Dreikönigssingen in Hetzerath teilnimmt. 

Seit Jahren sei die Teilnehmer-Zahl an der Aktion in der Gemeinde stabil bei über 60 Sternsingern. „Wir haben wirklich Glück, das Sternsingen ist richtig gut etabliert in unserer Gemeinde“, sagt Anna Berg. Mitstreiterin Judyta Körner pflichtet ihr bei: „Bei uns ist jedes Kind willkommen – unabhängig von der eigenen Konfession oder davon, ob es zur Kommunion kam. Viele kleine Geschwisterkinder gehen schon früh mit, und wir haben noch viele Jugendliche bis 15 Jahre, die der Aktion treu bleiben.“ Die Spenden gehen ans Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Und die Hetzerather Kinder teilen sogar die zahlreichen Süßigkeiten, die ihnen zugesteckt werden: Die Hälfte spenden sie jedes Jahr der Wittlicher Tafel.  

Freude über die Freude

Wie in vielen anderen Orten im Bistum gab es in Hetzerath ein Vortreffen, bei dem das Thema der Aktion zur Sprache kam und ein Film mit Willi Weitzel gezeigt wurde. „Schule statt Fabrik – Sternsinger gegen Kinderarbeit“ lautet das Motto der 68. Aktion Dreikönigssingen. Im Fokus steht der Einsatz gegen Kinderarbeit im südasiatischen Land Bangladesch. 

„Wir finden es schön, dass wir Kindern anderswo auf der Welt helfen können, denen es nicht so gut geht.“ Paul, der älteste in der Runde, sagt über seine Motivation: „Es macht mir einfach Spaß, mich für solche kirchlichen Anlässe zu engagieren. Vor allem mit anderen macht es Spaß.“ Am schönsten sei, dass besonders ältere Leute sich so sehr freuen, wenn sie an den Türen klingeln, berichtet Klara. Eine bettlägerige Frau habe sich sogar einmal bis an die Tür tragen lassen, um die Sternsinger zu begrüßen, berichtet Betreuerin Körner. 

In Berlin waren die drei Geschwister schon, für Freundin Lotta ist es die erste Reise in die Bundeshauptstadt. Aufgeregt sind sie trotzdem alle. Man komme ja nicht alle Tage ins Kanzleramt. Bei königlichen Hoheiten dürfen natürlich prachtvolle Gewänder nicht fehlen. Für Berlin durften die Körner-Geschwister sich neue Stoffe aussuchen. Ihre Großmutter hat in Rekordzeit drei neue Mäntel geschneidert. Lottas Oma hat schon vergangenes Jahr mit ihrer Enkelin ein orange-rot-goldgewirktes Gewand genäht. So verbindet die Sternsingeraktion nicht nur eine segensreiche Aktion von Kindern, sondern auch Generationen in den Gemeinden.