Arbeitskreis Flüchtlinge:Zeit und Hoffnung geschenkt

Trier. Ihre Geschichten sind unterschiedlich, doch eines verband die Menschen, die bei der Jubiläumsfeier in der Ehranger Remise im Mittelpunkt standen: Sie alle sind im Laufe des vergangenen Jahrzehnts nach Deutschland gekommen als Flüchtlinge. Darunter Balsam Alwai aus dem Sudan, die inzwischen die zehnte Klasse besucht und ihr Abitur schaffen möchte, um Medizin zu studieren und später einmal Kinderärztin zu werden. Oder Tarek Rashwani aus Syrien, der sechzehn Monate Kirchenasyl bekam und solange in einem Pfarrhaus lebte. Sein Studium der Finanzwirtschaft in Damaskus konnte er aufgrund seiner Flucht nicht beenden. „Aktuell bereite ich mich auf meine B2-Sprachprüfung in Deutsch vor und bewerbe mich auf Ausbildungsstellen“, erzählte er.
Große Dankbarkeit für die erfahrene Hilfe
Die beiden waren zwei von fünf Geflüchteten, die sich trauten, vor Publikum von ihrer Ankunft in Deutschland und den weiteren Entwicklungen zu berichten. Sie stehen stellvertretend für unzählige Menschen, die ehrenamtliche Unterstützung angenommen haben. Bei allen unüberhörbar und fühlbar: Die Dankbarkeit der Menschen, für die Ehrang zur Heimat geworden ist.
Zu dem Nachmittag hatte der Arbeitskreis Flüchtlinge der Pfarrei Ehrang-Pfalzel-Biewer eingeladen, der vor zehn Jahren angesichts des damals enormen Zustroms von Migranten ins Leben gerufen worden war. „Staatlich wäre diese Arbeit nicht leistbar“, erklärte Oberbürgermeister Wolfram Leibe, der ein Grußwort sprach: „Die Integrationsarbeit hat für alle sichtbar zu vielen menschlichen Kontakten geführt. Hilfe ist keine Einbahnstraße – man bekommt etwas zurück.“
Bischof dankt für Ausdauer, Offenheit und Mut
Auch Bischof Dr. Stephan Ackermann, der beim Jubiläum terminlich verhindert war und dafür wenig später das vom Arbeitskreis betriebene „Café International“ besuchte, sendete ein Grußwort, in dem er sich für die geleistete Arbeit bedankte: „Seit nunmehr einem Jahrzehnt – ausgelöst durch die Ankunft vieler Menschen im Jahr 2015, die unter den Folgen von Krieg und Bedrohung litten – schenken Sie Zeit, Herz und Hoffnung. Danke für Ihre Ausdauer, Ihre Offenheit und Ihren Mut, sich auf oft nicht einfache Wege einzulassen.“
Der Arbeitskreis unterstützt seine Schützlinge unter anderem beim Deutschlernen, bei Behördengängen oder Bewerbungsprozessen. Das Herz der Flüchtlingshilfe ist das „Café International“. Im Pfarrheim treffen sich dazu alle zwei Wochen montags von 15 bis 18 Uhr Ehrenamtliche und Flüchtlinge zum Austausch.
Anlässlich des runden Geburtstags gab es in der Remise auch eine Ausstellung, was in den zehn Jahren rund um das Café International an Hilfe und kulturellen Initiativen geleistet worden ist.