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Ewiges Gebet:Weibliche Vorbilder als Inspiration

Statt dem klassischen Ewigen Gebet setzt man in Wadern auf eine Gebetswoche mit vielfältigen Inhalten, die nun bereits zum vierten Mal stattfand. Das Motto lautete diesmal „Frauen inspirieren“.
Blick von oben in eine Kirche Richtung Altar
Datum:
13. Apr. 2026
Von:
Ruth Müller

Wadern. „Das Ewige Gebet funktioniert nicht mehr – und in Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, Gläubige zu erreichen, müssen wir uns anders aufstellen, um verschiedene Gruppen anzusprechen. Die Gebetswoche mit einem attraktiven Programm an verschiedenen Orten hat nach vier Jahren bei uns schon Tradition“, erklärt Dekan Axel Feldmann von der Pfarrei Glaube – Hoffnung – Liebe den Hintergrund. Veronika Merkert vom Orgateam berichtet von „durchweg positiven Rückmeldungen“. Da auch der Weltgebetstag und der Weltfrauentag in den Veranstaltungszeitraum fielen, passte das Motto besonders. 

Komponistinnen zum Auftakt im Mittelpunkt 

Los ging es mit einem Hochamt mit Werken von Komponistinnen aus dem 19./20. Jahrhundert wie Clara Schumann oder Elisabeth Stirling. Eine Musik, die Küsterin Elisabeth Birtel als „getragen bis feurig“ empfand. Kirchenmusikerin und Chorleiterin Monika Köpke erhielt von Besucherinnen und Besuchern das Lob, die Auswahl sei „sehr inspirierend“ gewesen. Ein weiterer Baustein der Gebetswoche war ein Taizé-Gebet in Morscholz mit Texten von Madeleine Delbrel, vor Ort unterstützt durch den Sing- und Instrumentalkreis sowie die Jugendkirche Mia. 

Das Motto ,Frauen inspirieren‘ bedeutet, von Frauen zu lernen.

Pastoralreferent Rainer Stuhlträger

Während der Woche wurde zudem eine Messe im Seniorenheim St. Maria gefeiert, mit besonderem Blick auf die 2008 seliggesprochene Rosa Flesch, die Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Auch das Seniorenheim steht in der Tradition der Waldbreitbacher. Mutter Rosa verlor bereits früh ihre Eltern und musste mit 16 Jahren Verantwortung für ihre Familie tragen. Ihr Leben gilt als Bei- spiel für die Hingabe an die Gemeinschaft.  

Die Frühmesse in Bardenbach mit anschließendem Frühstück richtete den Blick ebenfalls auf eine besondere Frau: die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, die ihr Leben dem Auftrag widmete, über die NS-Verbrechen aufzuklären. „Frauen wie Mutter Rosa oder Margot Friedländer schafften es, Menschen trotz großem eigenen Leid zu begeistern und Hoffnung zu verbreiten“, beschreiben Pastoralreferent Rainer Stuhlträger und Axel Feldmann die gewählten Vorbilder der Gebetswoche. 

Der Weltgebetstag wurde in Wadern, Lockweiler und Büschfeld zelebriert. Die Nachtanbetung von 20 bis 8 Uhr fand in Ra-then mit je drei bis sechs Frauen statt, die sich ablösten. Auch dies sei ein Angebot gewesen, das entschleunigte, berichtet Theresia Berg. „Die Kreuzweg-Andacht in Wadrill richtete den Blick auf die Frauen, die Jesus auf seinem Weg begleiteten“, erzählen Rosemarie Wirth und Gabriele von Duisburg. Die geistliche Ansprache am letzten Tag übernahm Pastoralreferentin Martina Zimmer. 

Gemeinschaft und Vertrauen auf Gott 

Den Abschluss bildete ein Evensong – ein Abendlob, das ursprünglich aus der anglikanischen Kirche kommt, aber auch in der katholischen Kirche Einzug gehalten hat. „Diese Gottesdienstform eignet sich besonders gut, um abzuschalten und den Tag in Gemeinschaft und im Vertrauen auf Gott ausklingen zu lassen“, erklärt Birtel. Gestaltet wurde der Evensong vom Frauenchor Lockweiler sowie dem Kirchenchor. 

„Das Motto ,Frauen inspirieren‘ bedeutet, von Frauen zu lernen“, fassten Feldmann und Stuhlträger die Woche zusammen. So ging der Dekan im Evensong besonders auf die „unerschrockende“ Maria Magdalena ein, die Jesus laut Johannes-Evangelium als Erste nach der Auferstehung begegnete und in der Ostkirche als „Apostelin der Apostel“ bezeichnet wird.  

Die Gebetswoche 2027 soll erneut in der Fastenzeit stattfinden, ihr Motto ist noch offen. Gesetzt sind die Themen Armut und Weltkirche sowie das Taizé-Gebet.