Pferdesegnung:Tradition, Glaube und Naturverbundenheit

Mayen. Der alljährliche Silvesterritt am letzten Tag des Jahres ist nicht nur im Landkreis Mayen-Koblenz, sondern auch im ganzen Bistum Trier etwas ganz Besonderes. Für viele Menschen bedeutet die Tradition ein Stück Nachweihnachtsfreude. Bei frostigen Temperaturen kamen am Vormittag des 31. Dezember 32 Pferde und ein Pony mit ihren Reiterinnen und Reitern zu der von vielen Schaulustigen verfolgten Pferdesegnung, die tief in der Geschichte des Ortes und der Pfarrei St. Silvester verwurzelt ist. Es ist ein Stück gelebtes Brauchtum, mit dem die Verbundenheit mit der Natur und den landwirtschaftlichen Wurzeln in Ehren gehalten wird.
Rund 50 Ehrenamtliche halfen bei Organisation mit
Nach einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Silvester begrüßte Ortsvorsteher Sven Weber am Festtag des heiligen Silvester hunderte von Besucherinnen und Besuchern. Weber, dem bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung rund 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zur Seite standen, brachte seine Freude und Hoffnung darüber zum Ausdruck, dass dieser alte Brauch im größten Stadtteil von Mayen weiterhin fortbestehen kann.
Laut uralter Überlieferung habe das Ross des Papstes in frühchristlicher Zeit auf dessen Weg von Andernach nach Trier eines seiner Hufeisen verloren, woraufhin Silvester seine Reise unterbrechen und sein Pferd neu beschlagen lassen musste. Das alte Hufeisen sei später wieder gefunden worden und werde seither im Gotteshaus aufbewahrt, dass das Patronat des Heiligen trägt: „Seitdem gibt es unseren Silvesterritt“, erklärte der Hausener Ortsvorsteher.
Gottes Segen für die Menschen und Tiere
Die Geschichte vom Aufenthalt des frühchristlichen Heiligen in Hausen griff auch Dekan Jörg Schuh in seiner kurzen Ansprache auf. Der Priester erbat Gottes Segen für die Reiterinnen und Reiter sowie ihre Pferde und segnete alle Teilnehmenden des Silvesterritts mit Weihwasser.
Um die Sicherheit für alle bestmöglich zu gewährleisten, führte die Wegstrecke auch in diesem Jahr nicht mehr wie zu früheren Zeiten in engem Bogen dreimal um die Pfarrkirche, sondern großzügig am Gotteshaus vorbei.