Hungermarsch:Spenden bringen Licht ins Dunkel

Longkamp/Gonzerath. Schon seit vielen Jahren engagieren sich Vereinsvorsitzender Peter Brucker und sein Team für hilfsbedürftige Menschen im westafrikanischen Mali, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Beim diesjährigen Hungermarsch ist erneut eine große Summe zusammengekommen – 8300 Euro, die für den Bau eines Blindeninternats verwendet werden sollen. „Viele der blinden Kinder, die dort zur Schule gebracht werden, werden von ihren Eltern nie wieder abgeholt“, sagt Brucker. Diese Kinder müssen untergebracht und verpflegt werden, was momentan nur unter menschenunwürdigsten Bedingungen geschehe. Mit dem Bau eines Internats, was rund 40 000 Euro kostet, soll deren Situation verbessert werden. „Unter dem Leitwort ‚Licht ins Dunkel‘ sollen die Spenden unseres diesjährigen Hungermarschs dieser Maßnahme zugute kommen, die blinden Kindern ein Zuhause gibt“, erklärt er.
Schon vorab erfolgreich die Werbetrommel gerührt
Was der Verein bedauert: Dass mit 45 Personen weniger Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Hungermarsch teilgenommen haben. Was dennoch positiv stimmt: Die erwanderte Summe von 8300 Euro ist sehr hoch. 6000 Euro seien bereits vor dem Hungermarsch gespendet worden, sagt Brucker. „Wir haben viel Werbung gemacht, im ,Paulinus‘ und anderen Printmedien sowie in den sozialen Netzwerken.“ Die übrige Summe wurden beim und durch den Hungermarsch beigesteuert.
Was bewegt jemanden, sich am Hungermarsch zu beteiligen und Geld zu spenden für Menschen, die man nicht kennt und denen man wahrscheinlich niemals begegnen werde? „Ich gehe mit aus Überzeugung, um den Menschen in Mali zu helfen“, sagt Edeltrud Reinhard aus Gonzerath. Sie und ihr Mann Ludger nehmen seit vielen Jahren am Hungermarsch teil, sofern es ihnen möglich ist. Wie oft sie schon mitgegangen sind? Sie wissen es nicht genau, aber „30 mal bestimmt“. „Mir geht es auch um die konkrete Hilfe. Das Projekt, für das wir gehen, ist sehr wichtig“, sagt Primin Sehy aus Morbach.
Sehbehinderte Frau vom Spendenzweck bewegt
Daniela Petry aus Wederath versucht jedes Jahr, sich bei der Mali-Hilfe einzubringen. „Ich finde es ein tolles Engagement“, sagt sie. Sie ist gerne bei solchen Aktionen dabei, bei denen es darum gehe, Menschen zu unterstützen. Da sie aufgrund ihrer Kurzsichtigkeit seit ihrer Kindheit ebenfalls stark sehbehindert ist, bewegt sie der Zweck des diesjährigen Hungermarsches ganz besonders. „Wenn man sich vorstellt, unter welchen Bedingungen die Kinder dort leben“, sagt sie. „Die Eltern geben die blinden Söhne und Töchter einfach dort ab. Da muss man was tun.“
Ebenfalls mit dabei war Roland Hinzmann vom Leitungsteam des Pastoralen Raums Bernkastel-Kues, der zum Start des Hungermarsches auch den Gottesdienst in der Pfarrkirche Longkamp mitgestaltete. „Wir sind stolz auf diese Initiative und froh, dass wir diese seit 38 Jahren unterstützen dürfen“, sagt der Pastoralreferent.