Geschäftsbericht:Sparen weiter notwendig

Dabei gab es zunächst gute Nachrichten zu vermelden: Das Bistum Trier hat – erstmals seit 2013 – wieder ein positives Ergebnis zu verzeichnen. Leider aber kein anhaltender Effekt: Der Jahresüberschuss von 11,8 Millionen Euro ergibt sich unter anderem aus einer Clearing-Abrechnung des Verbands der Diözesen Deutschlands, aus der das Bistum rund 16 Millionen Euro erhalten hat. Denn eigentlich stehen Kirchensteuern dem Wohnsitzbistum eines Kirchenmitglieds zu. Arbeitet eine Person in einem anderen Bistum als sie lebt, wird die monatliche Steuer an das Bistum gezahlt, in dem der Arbeitgeber seine Betriebsstätte hat. Mit dem Clearing-Verfahren wird im Nachhinein die Kirchenlohnsteuer vom Bistum der Betriebsstätte zum Bistum des Wohnsitzes des Kirchenmitglieds gezahlt.
Trotz des positiven Ergebnisses, so erklärte der leitende Direktor Andreas Trogsch zur Einordnung, gebe es nach wie vor ein negatives Verwaltungsergebnis mit einem Minus von 8,7 Millionen Euro, das „zeigt, dass wir erneut im operativen Bereich mehr Geld ausgegeben haben als zugeflossen ist“. Zwar sei auch für 2025 mit einem Jahresüberschuss zu rechnen. Dieser resultiert unter anderem aus einer Refinanzierung der Versorgungsleistungen für die beamtenähnlich beschäftigten Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz. Dennoch „bedarf es weiterhin der strikten Umsetzung aller vorgesehener Kostensenkungsmaßnahmen, um sich einer stabilen schwarzen Null im Verwaltungsergebnis zu nähern“, so Trogsch.
Personelle und finanzielle Ressourcen begrenzt
Neben dem Einsparen von Kosten geht es Trogsch zufolge auch um das Generieren von Einnahmen. Der leitenden Direktor nannte etwa den geplanten freiwilligen Elternbeitrag an Bistumsschulen (ausgenommen Berufsbildende Schulen und Schulzweige, Förderschulen und die Bischöfliche Realschule Marienberg in Boppard). Außerdem verwies Trogsch auf die 2024 gegründete Diözese Trier Energie GmbH. „Ziel der Gesellschaft war und ist die Erwirtschaftung von Erträgen durch große Erneuerbare-Energie-Projekte.“
Auf dem Programm der Pressekonferenz stand auch ein Ausblick auf 2026. Diözesanökonom Manfred Wagner zufolge rechnet das Bistum mit Erträgen von rund 462 Millionen Euro, denen Aufwendungen von rund 467 Millionen Euro gegenüberstehen: Ein Defizit im Jahresergebnis von gut 5 Millionen Euro.
Die Erträge setzen sich zum größten Teil aus geplanten 311 Millionen Euro Kirchensteuer zusammen: ein Rückgang um drei Prozent gegenüber 2025. Bei gleichzeitig steigenden Kosten etwa für Personal (rund 203 Millionen Euro) stimmte der Ökonom auf weitere Sparmaßnahmen ein: „Neben der konsequenten Umsetzung der bereits festgelegten Maßnahmen werden in den kommenden Jahren weitere Einschnitte erforderlich sein, um das Teilziel eines ausgeglichenen Haushalts zu erreichen.“ So werden etwa die Schlüsselzuweisungen, die die Kirchengemeindeverbände Pastorale Räume für ihre Aufgaben und die Aufgaben der Kirchengemeinden erhalten (56,6 Millionen Euro) ab 2027 um 3,3 Millionen Euro reduziert.
Kirche zukunftsfähig machen
Nicht nur finanzielle, auch personelle Ressourcen sind begrenzt. Darauf ging Generalvikar Ulrich von Plettenberg in seinem Statement ein und verwies auf ein Hauptthema des Geschäftsberichtes: Ehrenamtsentwicklung. Dabei gehe es nicht darum, Lücken zu schließen, die fehlende personelle Ressourcen hinterlassen. „Wir wollen Menschen motivieren, sich mit ihrem persönlichen Glauben und mit ihren je eigenen Fähigkeiten und Stärken in das kirchliche Leben vor Ort einzubringen. Nach unserer Meinung ist das eine Schlüsselaufgabe, um Kirche zukunftsfähig zu machen.“