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Passionsspiele:Passion macht weiter betroffen

In Schuld finden wieder Passionsspiele statt. Bis zum Karfreitag wird das Schauspiel vom Leiden und dem Tod Jesu Christi zu sehen sein.
Szene aus dem Passionsspiel in Schuld: Nur knapp entgeht Petrus seiner Verhaftung.
Datum:
12. März 2026
Von:
Thomas Weber

Schuld. Der kleine Eifelort an der Ahr hat eine große Theatertradition, nicht zuletzt wegen der Freilichtbühne, die in den Sommermonaten Tausende Fans zu Stücken anlockt. Es gibt in Schuld auch Passionsspiele. Das Schauspiel vom Leiden und Tod Jesu Christi wird seit 1979 in Abständen von mehreren Jahren aufgeführt. Nicht auf der Freilichtbühne, sondern in der Pfarrkirche St. Gertrud mit rund 250 Plätzen. 

„Bei der Passion geht es im wahrsten Sinne um Leben und Tod – und deswegen machen die Ereignisse des Leidens Jesu auch heute noch betroffen und regen zum Nachdenken an“, sagen die Verantwortlichen, die zum Fortbestand der Passionsspiele im Ort einen eigenen Verein gegründet haben. Der will sich nicht nur um die diesjährigen Spiele kümmern, sondern die Tradition auch ins Jahr 2029 führen, wenn die Passionsspiele ihr 50. Jubiläum feiern. Im Abstand von drei Jahren sollen sie dann aufgeführt worden sein. Anders als im weltbekannten Passionsspielort Oberammergau hat der Abstand zwischen den Aufführungsjahren vielfach variiert. 

Erinnerung an die Anfänge der Spiele

Resi Weiler ist vom ersten Tag an dabei und kümmert sich aktuell um den Ticketverkauf. Sie  kann sich noch gut erinnern: 1979 gab es die ersten Passionsspiele, ein Jahr später traten die Schauspieler erneut auf. Danach gewährte man sich längere Pausen, Anfang der 2000er Jahre war dann erst einmal Schluss. 
Im Jahr 2018 sollte das Passionsspiel wieder zum Leben erweckt werden. Es fanden sich Laienschauspieler aus den Reihen der Freilichtbühne und der Pfarrei, aber auch aus zahlreichen Orten rundum. 2019 begannen die Proben für die 2020 geplanten Aufführungen. Wenige Tage vor der ersten Kostümprobe beendete der Corona-Lockdown seinerzeit das geplante Unterfangen.

Im Jahr 2023 klappte es dann, als Regisseur Matthias Beer das rund 40-köpfige Ensemble ein zweites Mal zusammenholte, um die einst von Initiator Pastor Gerold Rosenthal verfasste Version der Passion aufzuführen. Der einstige Gemeindereferent Beer steht auch diesmal als Regisseur zur Verfügung, obwohl er längst nicht mehr im Adenauer Land tätig ist, sondern in Trier.

In der Kirche St. Gertrud haben sie eine einfache Bühne rund um den Altar aufgebaut. Es gibt bewusst kein großes Bühnenbild, um die Sinne der Besucher auf die Schauspieler, die Texte und die Szenerie zu konzentrieren. Manche Szenen kommen ganz ohne Requisiten aus, manchmal werden flugs Stühle oder ähnliches aufgebaut, um die wichtigsten Szenen der Passion darstellen zu können. Auch der Mittelgang der Kirche wird zur Spielfläche, beispielsweise beim Einzug Jesu in Jerusalem, dem Weg zur Kreuzigung und dem Wegtragen des Leichnams am Ende der Passion.

Der Fokus liegt auf der sprachlichen Darstellung

Jede Aufführung dauert rund zwei Stunden, so dass das Stück auch für Kinder geeignet ist. „Es gibt keine Blutspritzer zu sehen. Die Geißelung und das Nageln des verurteilten Jesus ans Kreuz sind nur akustisch zu vernehmen, auch sind keine Schmerzschreie zu hören. Hin und wieder werden Szenen oder Monologe mit Musik unterlegt. Aber der Fokus liegt eindeutig auf der sprachlichen Darstellung“, erklärt Mario Stratmann. Er verkörpert die Person des Judas. 

Umso wichtiger sind da die klaren Aussprachen der Laien-Schauspieler in den Hauptrollen. Die von Nico Heinrich als Jesus etwa oder die des Hohenpriesters Kajaphas (Gerd Sebastian). Das Laienspiel in Schuld begeistert Menschen aller Altersklassen. Das stellt der junge Paul Simon unter Beweis. In der Rolle des Nathan hat auch er einige Textsequenzen zu sprechen. 

Info

  • Die Aufführungen der Passion in der Kirche Sankt Gertrud in Schuld finden bis zum 29. März an den Samstagen jeweils um 19 Uhr sowie an den Sonntagen jeweils um 17 Uhr statt. An Karfreitag, 3. April, wird die Passion um 15 Uhr aufgeführt. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn.
  • Karten im Vorverkauf kosten für Erwachsene 14 Euro, für Kinder sieben Euro. Kartenbestellungen sind möglich montags bis freitags, 17-19 Uhr, unter Telefon (0 26 95) 9 31 30 10 oder per E-Mail an passion-schuld@web.de. 
  • Unter www.passion-schuld.de gibt es weitere Infos.