„Osterweg 2.0.“:Passion lebendig werden lassen

Um die Ereignisse der Karwoche für Kinder und Erwachsene erfahrbar zu machen, gestalten Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte der Marienschule in Namborn im Dorfgemeinschaftshaus einen Osterweg. An sieben Stationen können Besucherinnen und Besucher vom 30. März bis 4. April die bedeutsamsten Momente der letzten Lebenstage Jesu anschaulich nacherleben.
„Es soll so erlebbar wie möglich werden“, kündigt Gemeindereferent Peter Holz von der Pfarrei Oberthal-Namborn an, der an der Grundschule die Drittklässler im Zuge der Vorbereitung auf die Erstkommunion in Religion unterrichtet. Bei der Szene zum letzten Abendmahl wird es für die Besucherinnen und Besucher auch etwas zu essen und zu trinken geben, auch Musik wird eine Rolle spielen. „Wir wissen noch nicht, ob es etwas vom Band gibt oder wir während des Rundgangs selber singen“, sagt Holz, der mit Gemeindereferentin Miriam Ritter und Schulleiterin Daniela Lüdeke das Projekt federführend betreut. Dabei werden sie tatkräftig unterstützt von Schulsekretärin Meike Schneider und Hausmeister Wendelin Naumann. Es wird gesägt, gehämmert und gemalt. Dafür treffen sich Lehrkräfte, Eltern und Schüler auch an Wochenenden. Requisiten werden gesucht oder von den Schülerinnen und Schülern im Kunst- und Religionsunterricht gebastelt.
Im Religionsunterricht arbeiten die Drittklässler zudem an einer eigenen Ausstellung von „Passions-Krippen“. Wie die Weihnachtskrippen das gleiche Motiv in anderer Darstellung zeigen, gestalten die Kinder ihre Szenen in den Schuhkartons mit verschiedenen Materialien. Ob Playmobil-Figur, Steine, Äste, Stoff, Papier – erlaubt ist, was gefällt.
„Das Interesse an der Passion ist enorm“, sagt Gemeindereferent Peter Holz. Seit mehreren Jahren bietet die Pfarrei Fahrten zum Ostergarten nach Wadrill an. „Die 50 Plätze waren nach zwei Stunden ausgebucht – jetzt fahren wir mit 120 Personen“, erzählt er. Da lag die Idee nahe, in Namborn etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.
Vormittags ist der Osterweg für die Schulklassen geöffnet, nachmittags können Interessierte zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr von Montag bis Samstag vorbeikommen. Jeden Tag gibt es um 17 Uhr eine kurze kindgerechte Andacht zum jeweiligen Ereignis der Karwoche. Nach einer Pause an Ostersonntag lädt das Vorbereitungsteam an Ostermontag, 17 Uhr, zu einem kleinen Emmaus-Gang ein.
Die Idee ist, dass die Dritt- und Viertklässler die Patenschaft für das Projekt übernehmen und den jüngeren Klassen die Passionsgeschichte erklären.
Gemeindereferent Peter Holz
Die Ausstellung soll sich mit den Menschen, die sie besuchen, stets verändern. So werden alle aufgefordert, in der ersten Szene beim Einzug Jesu in Jerusalem ihre Hoffnungen auf Palmzweige zu schreiben. Der Osterweg kann individuell oder in einer Führung besucht werden. „Im Osterweg 2.0. gelingt Ökumene wunderbar“, freut sich Holz. Neben evangelischen Lehrkräften unterstützten auch die Kirchengemeinde und die Gemeinde Namborn das Projekt.
Nach Möglichkeit soll der Osterweg 2.0. auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. „Die Idee ist, dass die Dritt- und Viertklässler die Patenschaft für das Projekt übernehmen und den jüngeren Klassen die Passionsgeschichte erklären“, sagt Holz. Aber grundsätzlich könne jeder, der Interesse hat, am Projekt mitarbeiten. „Wir müssen dieses Jahr noch nicht alles fertig haben. Es darf wachsen und sich verändern. Wir machen uns da gar keinen Druck. Es wäre wunderbar, wenn aus der Idee eine Verbindung zwischen Schule und Gemeinde entsteht.“