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„Tag der Kirchenmusik“:Neue Ideen und Netzwerke

Rund 65 musikalisch Interessierte sind der Einladung zum „Tag der Kirchenmusik“ gefolgt und zum gemeinsamen Musizieren in die Dommusik gekommen.
Ein Chor steht im Halbkreis um Dirigent und Pianist.
Datum:
26. Feb. 2026
Von:
Rolf Lorig

Trier. Sonntag, kurz nach 14 Uhr. In den Räumen der Dommusik herrscht geschäftiges Treiben. Menschen kommen, begrüßen einander, trinken gemeinsam Kaffee und tauschen Neuigkeiten aus. „Die meisten der heute Anwesenden sind der Kirchenmusik eng verbunden“, erläutert Edith Ries. Sie ist Mitglied im Leitungsteam des Pastoralen Raumes Trier und hat diese Veranstaltung gemeinsam mit dem Dekanatskantor und Chorleiter Laurentius Lauterbach (Waldrach) sowie Chorleiter Axel Simon (Trier-Biewer) organisiert. Unterstützung erhielt das Trio von Antonia Lutz, Thomas Kiefer, Stefan Kölsch und Volker Krebs.

Neue Kantoren über Chöre finden

Während der Tag der Kirchenmusik auf Bistumsebene nicht neu ist, trifft man sich auf der Ebene des Pastoralen Raums Trier zum ersten Mal zum gemeinsamen Musizieren. Passend dazu das Motto: „Freut euch und jubelt“. Der Nachmittag ist perfekt organisiert: Vier Gruppen verbringen den Nachmittag miteinander. Unterteilt in Chorsänger, Kantoren, Dirigenten und Orgelspieler. Die kleinste Gruppe stellt dabei naturgemäß die der Organisten. Während drei Gruppen in der Dommusik noch mit Stimmbildung beschäftigt sind, gehen drei Organisten mit Prof. Karl-Ludwig Kreutz zur Jesuitenkirche, wo unter seiner Leitung Orgelspiel und Improvisation auf dem Programm stehen.

Man muss als Chorleiter auf diese Menschen zugehen und sie ansprechen.

Axel Simon

Edith Reis freut sich über den guten Zuspruch. „Mit diesem Tag wollen wir den musikalischen Leistungsträgern in den Gemeinden die Möglichkeit geben, sich weiterzubilden, Netzwerke zu knüpfen und neue Ideen und Impulse zum Musizieren zu finden.“

Axel Simon leitet an diesem Nachmittag die Gruppe der Kantoren. Sieben Personen haben sich hier gemeldet. Wie schwer ist es, in der heutigen Zeit, neue Kantoren zu finden? Eine Frage, die er über einen Umweg beantwortet. Die finde man am ehesten über die Chöre. Die dort tätigen Sänger hätten Zugang zu der Materie und der Thematik. Denn es sei eben nicht nur der Gesang, dazu käme auch die Liturgie. Zudem könnten diese Sänger auch Noten lesen, was heute längst nicht selbstverständlich sei. Allerdings dürfe man nicht darauf hoffen, dass sich jemand freiwillig für dieses Amt melde. Gerade in Zeiten, in denen die Chöre immer kleiner würden, sei es wichtig, Menschen zu haben, „die im Gottesdienst den dialogischen Part übernehmen“. Und weiter: „Man muss als Chorleiter auf diese Menschen zugehen und sie ansprechen.“ In seinem Verantwortungsbereich habe er „einen schönen Stab an Kantorinnen und Kantoren“, zeigt er sich zufrieden. Die kleine Gruppe erwartet ein volles Programm: Simon wird den Teilnehmern neue Kantoren-Literatur vorstellen und etliches mehr.

Fortsetzung bei den Heilig-Rock-Tagen

Für Laurentius Lauterbach ist Werbung für die Chöre vor dem Hintergrund einer schwierigen Zukunft immens wichtig. Sorgen bereitet ihm der Mangel an Männerstimmen. Hinzu komme, „dass Kirchenchöre wegen ihrer Nähe zur Kirche ein spezielles Problem haben“. Viele Menschen würden sich von der Kirche abwenden, darunter würden auch die Chöre leiden.

Die Organisatoren wissen, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht. Ob es eine Fortsetzung des Tags der Kirchenmusik auf der Ebene des Pastoralen Raums geben wird, könne im Augenblick noch nicht beantwortet werden. Wohl aber, dass es im Rahmen der Heilig-Rock-Tage im April zu einer Folgeveranstaltung kommt, „die ist dann aber wieder auf Bistumsebene organisiert“.