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Edith-Stein-Schule:Fachlich und persönlich profitiert

„Den ganzen Menschen bilden“ lautet das Leitbild der Schulen, die vom Bistum Trier getragen werden. Mit Blockpraktika im Ausland und europäischen Kooperationen wird ihm die Edith-Stein-Schule für Sozialpädagogik in Neunkirchen besonders gerecht.
Drei junge Frauen stehen mit einem Mann auf einem Friedhof und hören seinen Erklärungen zu
Datum:
2. Feb. 2026
Von:
Sarah Schött

Neunkirchen. Die Fachschule für Erzieherinnen und Erzieher erhielt 2022 für ihr über 20-jähriges grenzüberschreitendes Engagement als einzige Einrichtung im Saarland den Titel „Europaschule“. Ein Drittel der Schülerschaft nutzt jährlich die Möglichkeit, ein sechswöchiges Praktikum bei einer Partnereinrichtung in einem anderen EU-Land zu machen. Die Möglichkeit, an europäischen Partner- und Austauschprogrammen teilzunehmen, ist mittlerweile ein wichtiger Faktor, sich um einen Platz an der Edith-Stein-Schule zu bewerben.

Mit vielen gesellschaftlich relevanten Themen befasst

Die Einrichtung in Trägerschaft des Bistums ist im Schulentwicklungsprogramm „Erasmus+“ aktiv, das sie mit Partnerschulen aus Belgien, Polen, Italien, Rumänien und Portugal vernetzt. „Sowohl an der eigenen Schule als auch bei gemeinsamen Arbeitstreffen sowie Online-Meetings beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit gesellschaftlich relevanten Themen, die viel mit der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern zu tun haben – etwa Inklusion, Zivilcourage, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Demokratiebildung oder Mitbestimmung“, erklärt Projektleiterin Karin Biehler.

Wir sind dankbar für die tolle Chance, unser Praktikum in Rom absolvieren zu dürfen.

Lisa Lambert

Die Teilnahme an dem EU-Programm fördere wie alle europäischen Aktivitäten der Schule sowohl die fachliche Ausbildung als auch die Entwicklung der Persönlichkeit – passend zum Leitbild der Bistumsschulen „Den ganzen Menschen bilden“.

Im Rahmen von „Erasmus+“ absolvierten 22 Schülerinnen und Schüler Ende 2025 ein sechswöchiges Blockpraktikum in sozialpädagogischen Einrichtungen – in Tschechien (Prag), Frankreich (Paris und Straßburg), Polen (Warschau), Lettland (Riga), Italien (Rom), Estland (Tallinn) und Irland (Dublin). Die EU-finanzierten Stipendien bewegen sich je nach Zielort von 2.200 bis 2.900 Euro. Die Schule übernimmt für die Zeit des Praktikums sämtliche Versicherungen. Auch die Ableistung eines berufspraktischen Jahres im Anschluss an die Schulausbildung ist an der Edith-Stein-Schule möglich und wird voll bezahlt.

Ziel der Praktika sei es, „die sprachlichen, fachlichen, interkulturellen und personenbezogenen Kompetenzen“ zu erweitern, erklärt Projektleiter Uwe Schäfer. Es gehe auch um einen Vergleich von Einrichtungen der frühkindlichen Bildung zwischen Deutschland und den Partnerländern. „Dazu gehören auch bildungspolitische Hintergründe, pädagogische Konzepte, Leitbilder und methodisch-didaktische Ansätze.“ Die Auslandspraktika werden vor Ort von Praxisanleiterinnen begleitet. Das erarbeitete pädagogische Angebot wird von einer Lehrkraft der Edith-Stein-Schule begutachtet sowie mit den Anleiterinnen und Praktikantinnen reflektiert.

Religionspädagogik am deutschen Friedhof in Rom

Lisa Lambert, Giulia Tuttolomondo und Louisa-Felize König leisteten ihr Blockpraktikum im November und Dezember am Kindergarten der Deutschen Schule in Rom ab. Die Anleitung und Zusammenarbeit vor Ort sei vorbildlich gewesen, lobt Schäfer. Am Campo Santo Teutonico, dem deutschen Friedhof im Vatikan, kam ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung an der Edith-Stein-Schule zu seinem Recht: Religionspädagogik. Pastoralreferent Markus Krogull-Kalb aus dem Bistum Trier erklärte am historischen Ort ganz konkret, wie man Kirchenräume und einen Friedhof mit Kindern erkunden und erschließen kann.

Die drei jungen Damen waren vom Praktikum und vom Seminar begeistert: „Wir sind dankbar für die tolle Chance, unser Praktikum in Rom absolvieren zu dürfen“, sagt Lambert, und Tuttolomondo erklärt, man habe sich „fachlich wie auch persönlich enorm weiterentwickelt“. Für König war das religionspädagogische Angebot im Vatikan ein besonderer Höhepunkt, weil es „sehr interessant war und uns weitere spannende Perspektiven eröffnet hat.