„Demokratie lebt vom Mitmachen“:Es geht nur miteinander

Schweich. Mehr als 200 Interessierte waren der Einladung ins Bürgerzentrum gefolgt und erlebten einen kurzweiligen Abend mit Asselborn und dem Journalisten Michael Merten. In seiner Biographie „Die Tour seines Lebens“ begleitet der aus Detzem stammende langjährige „Paulinus“-Mitarbeiter den Politiker auf einer Radtour von Schengen zum Mont Ventoux in Südfrankreich. Sie verbindet Erinnerungen, politische Wegmarken und Begegnungen mit Weggefährten zu einem feinfühligen Porträt.
Der Kampf für die Demokratie findet jetzt statt – jede und jeder ist gefragt.
Jean Asselborn
Nach der Begrüßung durch Kaspar Portz, Mitglied des lokalen Demokratie-Bündnisses, folgte eine Lesung mit anschließender Diskussion. Im Dialog mit Merten sprach Asselborn über sein 20-jähriges Wirken als Außenminister sowie seine Überzeugung, dass nur liberale Demokratien unser Zusammenleben und unsere Sicherheit dauerhaft schützen können. Nationalistische und engstirnige Tendenzen seien eine Gefahr für die europäische Idee.
Appell an alle, sich für die Demokratie einzusetzen
Besonders eindringlich betonte er: „Wir Europäer haben aufgrund unserer Geschichte den Auftrag, die Fahne der Demokratie, aber auch der geschichtlichen Wahrheit hochzuhalten – gegen den aktuellen massiven Angriff von Autokraten im Osten wie im Westen unseres Kontinents.“ Europa lebe vom Miteinander, nicht vom Gegeneinander, sagte er. „Der Kampf für die Demokratie findet jetzt statt – jede und jeder ist gefragt“, richtete Asselborn seinen Appell an die Anwesenden.
Der Luxemburger stellte sich auch Fragen zu aktuellen Entwicklungen. Mit Blick auf die jüngsten Wahlen in den USA äußerte er vorsichtigen Optimismus, dass die Menschen dort beginnen, der Maga-Ideologie von Donald Trump den Rücken zu kehren.
Unter dem Dach des Bündnisses „Demokratie lebt vom Mitmachen!“ haben sich 2024 Vertreterinnen und Vertreter von lokalen Verbänden, Vereinen, Parteien, Schulen, der jüdischen Kultusgemeinde sowie der beiden christlichen Kirchen zusammengeschlossen. Es will dazu ermutigen und animieren, sich vor Ort für Demokratie, Menschenwürde und ein Leben in Vielfalt einzusetzen.