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Erstes Ostern als Papst:Einiges anders als beim Vorgänger

50.000 Menschen, 70.000 Blumen, strahlender blauer Himmel: Leo XIV. feiert sein erstes Ostern als Papst am Ort des Abschieds von Franziskus. In der Heiligen Woche machte er einiges anders als sein Vorgänger.
Ein Mann winkt von einem mit Blumen geschmückten Balkon
Datum:
9. Apr. 2026
Von:
Severina Bartonitschek

Die Schlange von Menschen, die auf Einlass auf den Petersplatz hoffen, windet sich schon früh um die Mauern des Kirchenstaats. Sie alle wollen dabei sein, wenn Leo XIV. seine erste Ostermesse als Papst feiert. Für seinen Vorgänger Franziskus war es vor einem knappen Jahr der letzte öffentliche Auftritt – am folgenden Ostermontag-Morgen starb er nach schwerer Krankheit. 

Wie in jedem Jahr ist der Platz vor der Basilika mit vielen bunten Blumen aus Holland geschmückt. Anlässlich des 40. Jubiläums dieser Tradition waren über 70.000 Pflanzen aus den Niederlanden nach Rom gereist. Der gebürtige US-Amerikaner Leo XIV. feierte den Gottesdienst unter dem strahlend blauen Frühlingshimmel der italienischen Hauptstadt. 

In seiner Predigt ruft er die Menschen dazu auf, Hoffnung zu verbreiten. Beim Papstsegen „Urbi et orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) fordert er ein Ende der Gleichgültigkeit angesichts von Tod, Hass und Spaltung. „Und wir dürfen uns nicht mit dem Bösen abfinden!“, so Leo XIV. von der Mittelloggia des Petersdoms. „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden! Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog!“ 

Symbolische Fußwaschung an zwölf Priestern 

Papst Franziskus nutzte die mit dem „Urbi et orbi“-Segen verbundene Ansprache stets, um die Aufmerksamkeit auf Kriege, Konflikte und mitunter vergessenes Leid in der Welt zu lenken. Die allgemeiner gehaltene Ansprache zum „Urbi et orbi“-Segen von Leo XIV. war nicht die einzige Abweichung von vergangenen Osterfesten. So kehrte er bei der Fußwaschung an Gründonnerstag zur „vor-franziskanischen“ Tradition zurück und vollzog sie in seiner römischen Bischofskirche im Lateran. Auch wusch er nicht Frauen, Muslimen, Häftlingen oder Migranten die Füße, sondern zwölf Priestern. Elf von ihnen hatte er im letzten Jahr selbst geweiht. 

Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder!

Papst Leo XIV.

Der ikonische Kreuzweg am römischen Kolosseum war von einer besonderen Symbolik geprägt. Als Zeichen seiner Anteilnahme am Leid vieler Menschen trug Leo XIV. das Kreuz aus leichtem Holz selbst über die gesamten 14 Stationen. Die jeweiligen Texte hatte der Franziskaner Francesco Patton geschrieben, der lange eine kirchliche Führungsposition im Nahen Osten innehatte. Es war die erste Kreuzweg-Teilnahme eines Papstes seit 2022. 

Aufgrund seines fragilen Gesundheitszustands verfolgte Franziskus das Ritual in den vergangenen Jahren vom Vatikan aus. Er hatte die Meditationen oft von verschiedenen Menschengruppen verfassen lassen. Sie verlasen die Texte während des Kreuzweges zumeist selbst, ebenso trugen sie das Kreuz. Unter ihnen waren Strafgefangene, Migranten, Opfer von Kriegen und behinderte Menschen. Wegen seines langjährigen Ischias-Leidens nahm Franziskus üblicherweise von einer Terrasse gegenüber des Kolosseums teil. 

Einige Stunden der  Nachtruhe gespart 

Sein heute 70-jähriger Nachfolger ist körperlich fit und sparte sich in der Nacht auf Ostersonntag einige Stunden der Nachtruhe. Die lange Osternacht legte er wieder näher an ihren liturgischen Namen. Die älteste Nachtwache des Christentums begann um 21 Uhr, die Ostermesse auf dem Petersplatz startete am nächsten Tag um 10.15 Uhr. Nach dem „Urbi et orbi“, in dem Leo XIV. auch seinen Vorgänger zitierte, nahm er sich viel Zeit, um aus dem Papamobil die rund 50.000 Menschen zu grüßen, die sein erstes Ostern als Papst begleitet hatten.