Passionsspiele:Die Passion Jesu wird lebendig

Ernst. Schönste Frühlingssonne beschien am 21. März ein besonderes spirituelles Ereignis im Weinort in der Verbandsgemeinde Cochem: Die Pfarrei Moselkrampen hatte zum Passionsspiel eingeladen, das Groß und Klein gleichermaßen berührte. Menschen jeden Alters folgten dem Weg Jesu an verschiedene Stationen.
Gemeinsam mit Messdienerinnen und Messdienern sowie Erwachsenen aus Ernst hat Pfarrer Jijo Antony die Leidensgeschichte in insgesamt sechs Stationen inszeniert. Entlang eines Weges wurde die Passion unter freiem Himmel nachgespielt. Eindrucksvoll stellten Kinder und Jugendliche die Szenen dar und erweckten die biblische Geschichte durch ihr Spiel zum Leben. An jeder Station gab es passende Meditationstexte, die zum Innehalten und Reflektieren einluden.
Zum feierlichen Abschluss versammelten sich die Akteure und die Besucher in der Kirche St. Salvator in Ernst. Hier wurde die besonders eindrucksvoll inszenierte sechste und letzte Station – die Kreuzigungsszene – dargestellt.
Einen tiefen und nachklingenden Eindruck hinterließen vor allem die gesprochenen Texte. So las Erzählerin Mira Sätze wie „Seine Freunde sind bei ihm, aber sie schlafen. Manchmal sind selbst die besten Freunde nicht da, wenn man sie am meisten braucht“. Auch die Fragen: „Wie schnell kann eine Menge schreien. Wie schnell kann man mitrufen, obwohl man es vielleicht gar nicht wirklich will“ führten eindrucksvoll vor Augen, wie aktuell die Themen des Passionsgeschehens heute noch sind.
Nachdenklich stimmten auch Meditationstexte, etwa über die Themen Versagen, Schuld und Neubeginn: „Etwas Falsches sagen, nicht zur Wahrheit stehen, einen Freund im Stich lassen … Versagen tut weh. Aber – das ist nicht das Ende der Geschichte.“ Viele Besucher berichteten anschließend von einem tiefen Nachhall dieser Gedanken.
Durchwegs positiv fielen die Rückmeldungen der Zuschauer aus, wobei sie besonders das aufmerksame Interesse der Kinder hervorhoben. So äußerte sich Georg beeindruckt von der großen Zahl interessierter Kinder: „Die haben die Szenen und die Texte richtig aufgesogen.“ Und Beate lobte sowohl die Texte als auch das Spiel der Messdiener: „Das haben die sehr gut gemacht.“
Die außergewöhnliche Aufmerksamkeit der Kinder an den einzelnen Stationen bemerkte auch Wolfgang und stellte fest, „der rund 100 Meter lange Weg zwischen den Szenen hat dabei sicherlich geholfen“. Für Bettina war ebenfalls das ungebrochene Interesse der Kinder an der Leidensgeschichte Jesu bemerkenswert. „Zwischen den Stationen gab es viele Fragen – das zeigt, wie sehr sie das alles interessiert hat.“
Die jungen Darsteller hatten selber große Freude an ihren Rollen und waren sichtlich stolz, Teil dieser besonderen Aufführung sein zu können. Am Ende erhielten sie den verdienten Applaus der zahlreichen Besucher.
„Die Wirkung des Passionsspiel war sehr eindrucksvoll“, fasst Pfarrer Antony seine Eindrücke zusammen. Die Kinder hätten das Spiel in großer Stille und Aufmerksamkeit verfolgt, „als würden sie spüren, wie ernst und bedeutungsvoll dieser Weg ist“. Die liebevoll vorbereiteten und dargestellten Szenen hätten die Ereignisse der Passion lebendig werden lassen. „Sie schenkten einen Zugang, der sicher in Erinnerung bleibt“, ist der Pfarrer sicher.
Für die Pfarrei sei das Passionsspiel ein bewegender Moment des gemeinsamen Glaubens gewesen, „und ein Zeichen dafür, wie lebendig und zugänglich religiöse Erfahrungen für Kinder gestaltet werden können“. Insgesamt, so resümiert der Priester, sei es eine „rundum gelungene Aktion“ gewesen. „Und sie soll nächstes Jahr definitiv wiederholt werden.“