Katholikentag:Demokratie und Synodalität

Rund 60 Gottesdienste, 300 Kulturveranstaltungen und mehr als 40 weitere Events erwarten Besucher des 104. Katholikentags in Würzburg. Das Christentreffen sei ein Projekt zur Förderung der Demokratie und zugleich ein Ort gelebter Synodalität, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, am 3. März in Würzburg. Dort wurde das Programm mit etwa 900 Veranstaltungen vorgestellt. Der Katholikentag findet vom 13. bis 17. Mai unter dem Motto „Hab Mut, steh auf!“ statt. Gegen die Demokratie-Gefährdung „von innen und von außen“ aufzustehen, korrespondiere mit dem Leitwort für Würzburg: „Hab Mut, steh auf!“, sagte die ZdK-Präsidentin.
Neben 60 Gottesdiensten seien rund 150 Veranstaltungen im sogenannten Zentrum Bibel und Spiritualität geplant, sagte Andreas Kratel, Geschäftsführer der Katholikentagsleitung. Täglich gebe es einen Abendsegen unter freiem Himmel im Kerzenschein. Die Kulturveranstaltungen deckten Musik, Literatur, Theater und Performance ab. Zu einem Konzert auf dem Residenzplatz kommt unter anderem Bodo Wartke. Erstmals gebe es eine künstlerische Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt und geistlichem Missbrauch in der Kirche. Räumlich konzentriere sich das Treffen in der Innenstadt. Das Programm sei nach den regelmäßig durchgeführten Befragungen von Besucherinnen und Besuchern der Katholikentage als Antwort auf Bedürfnisse konzipiert: „Gewünscht werden die drei großen Säulen: Geistliches – Kulturelles – Politisches.“
Bundespräsident und zwei Kardinäle kommen
Zu den Gästen aus der Politik zählen neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU), Alexander Hoffmann (CSU), Ricarda Lang (Grüne) und Martin Schirdewan (Die Linke). Zudem werden zwei Kardinäle an einer Podiumsdiskussion zur Synodalität in der Kirche teilnehmen.
Besondere Schwerpunktthemen werden die Sozialraumorientierung und die Schöpfungsverantwortung sein: „Sozialraumorientiert zu handeln bedeutet, die Bedarfe der Menschen in der unmittelbaren Umgebung zu sehen und zu fragen, was Kirche zur Gesellschaft beitragen kann“, erklärte der Würzburger Bischof Franz Jung. Dieses Thema werde mit Workshops und Führungen vertieft. Dazu gehöre eine Mitmachaktion mit dem Titel „Dönerbude, Bushäuschen, Kirche“.
ZdK-Generalsekretär Marc Frings wies auf die zentrale Rolle des Ehrenamts für die Entstehung eines Katholikentags hin. „Bevor in Würzburg die Bühnen stehen, sind Menschen unterwegs. Der Katholikentag beginnt nicht mit dem Eröffnungsgottesdienst. Er beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Und das sind viele. Ehrenamt heißt: Dem Gemeinwohl ein Gesicht geben.“
Zentrale Gottesdienste werden im TV übertragen
Die beiden zentralen Gottesdienste zu Christi Himmelfahrt und zum Abschluss werden auf dem Residenzplatz gefeiert und im Fernsehen übertragen. Die meisten Veranstaltungen sind in der Innenstadt geplant. Auf der „Kirchenmeile“ auf der anderen Mainseite werden rund 300 kirchliche und nichtkirchliche Organisationen ihre Arbeit präsentieren. Alle Veranstaltungen sind den Angaben zufolge weitestgehend barrierefrei zugänglich.