Gespräche im Pfarrgarten:Begegnung im Pfarrgarten

St. Wendel. Die „Gespräche im Pfarrgarten“ vor dem Pfarrhaus an der Basilika St. Wendelin mit Gästen aus Kirche, Gesellschaft und Kultur sind auch in diesem Sommer auf bemerkenswerte Resonanz gestoßen. Ein Zeichen, dass „die Gemeinde lebt“, meint Pfarrer Klaus Leist.
Der Rahmen hätte nicht besser sein können am letzten Termin der Veranstaltungsreihe: An dem lauen Sommerabend sind alle Stühle und Bänke im Pfarrgarten besetzt. Die rund hundert Besucherinnen und Besucher sind mit Getränken versorgt – und mit einem Zettel. Auf diesen Zetteln, so erläutert Pfarrer Klaus Leist bei der Begrüßung, soll am Ende des Abends der Name des Mörders stehen. Es findet nämlich ein Krimi-Abend im Pfarrgarten statt.
Mord im Kloster und schillernde Figuren
Vor der malerischen Kulisse zwischen Basilika und Pfarrhaus hat sich Autor Herbert Ames eingerichtet, um seinen Kriminalfall „Der Wendelinus-Schatz, Teil 1“ vorzustellen: Ein vergrabener Schatz aus längst vergangenen Zeiten, ein Mord im Kloster und schillernde Figuren – die Jagd auf den Mörder nimmt ihren Lauf. Begleitet wird sie von heiter-schaurigen Moritaten (Erzähllieder), die Ames zur Auflockerung mit seiner Gitarre einstreut.
Die „Gespräche im Pfarrgarten“ organisiert die Pfarrei. Traditionell finden sie montagabends in den Sommerferien mit wechselnden Gesprächspartnern und Themen statt. Konstantes Element ist der Bezug zu St. Wendel, der Region und zum heiligen Wendelin. Anfang des 7. Jahrhunderts ist er gestorben, seine Gebeine sind in der Wendalinus-Basilika bestattet.
Vielfältige Themen boten die Gespräche im Pfarrgarten diesmal: Das reichte von „1700 Jahre Konzil von Nizäa“ und Fragen nach „Religion im Wandel“ bis zur „wunderbaren Erfolgsgeschichte“ der Lebenshilfe St. Wendel, die Hermann Scharf vorstellte.
Es macht den Leuten Spaß.
Pfarrer Klaus Leist
Eine genaue Bilanz gibt es noch nicht. Geschätzt seien aber zwischen 450 und 500 Menschen bei der Veranstaltungsreihe gewesen, und das trotz des anfänglich schlechten Wetters. Ein Zeichen, dass die Gemeinde lebendig sei, betont Pfarrer Leist. Ausdrücklich hebt er das Engagement des Pfarrgemeinderates hervor. Und am Ende zahlen sich die Anstrengungen aus: „Es macht den Leuten Spaß“, freut sich der Geistliche.
Von den Besucherinnen und Besuchern wird das bestätigt. „Hat mir sehr gut gefallen“ und „angenehme Atmosphäre“ bis zu „fantastisch“ lauten die einhelligen Reaktionen. Auch Landrat Udo Recktenwald stimmt zu: „Die Pfarrgartengespräche haben sich etabliert, weil sie eine Vielfalt von Themen abdecken, die alle beschäftigen – und die Resonanz ist ja riesig“.
Dazu trägt auch die Verankerung vor Ort bei: Das Adolf-Bender-Zentrum für Demokratie und Menschenrechte hat sich vorgestellt, in diesem Jahr auch die Lebenshilfe. Geplant ist zudem ein Blick hinter die Kulissen der Arbeit im Hospiz.
Die St. Wendeler Gespräche sind zu einem besonderen Ort von Kirche geworden. Für das kommende Jahr geht die Reihe bereits in die Planungen. Damit der Pfarrgarten auch im nächsten Sommer wieder Ort der Begegnung und des Austauschs sein wird.