Ende des Heiligen Jahres:2033 ist das nächste Mega-Event

Ausgerechnet ein trauriges Ereignis drückte dem „Jubeljahr“ 2025 in der ersten Hälfte seinen Stempel auf: Der Tod von Papst Franziskus am 21. April. Doch der Tiefpunkt markierte zugleich einen Wendepunkt. Nach einer Art Vakuum durch Franziskus’ Krankheit, Klinikaufenthalt und Sterben war ein Neuanfang möglich. Und der am 8. Mai gewählte Leo XIV. startete gleich durch: Er nahm die Sondertreffen zum Heiligen Jahr wieder auf, von denen viele durch die Abwesenheit von Papst Franziskus ab Mitte Februar ausgefallen waren.
Erzbischof Rino Fisichella, Heilig-Jahr-Beauftragter des Papstes, spricht angesichts der Pilgerströme aus aller Welt von einer lebendigen Kirche auf dem Weg. „Wir als Christen müssen wahre ,Pilger der Hoffnung‘ sein in einer Welt, die von 56 Kriegen erschüttert wird“, spielt er auf das Motto des Heiligen Jahres an. Und: Das Mega-Event zeige die große Sehnsucht der Menschen nach Spiritualität.
Zugleich hofft Erzbischof Fisichella auf politische Konsequenzen des Festjahres. Fast jedes Wochenende gab es thematische Sondertreffen. Dabei mahnte der Papst unter anderem Formen des Straferlasses für Gefangene, die Begleichung der ökologischen Schuld der reichen gegenüber den armen Ländern sowie immer wieder das Ende von Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeiten an.
Besuchermassen bestehen nicht nur aus Pilgern
Der Vatikan selbst reagierte auf die veränderten Erwartungen der Menschen an die Kirche: Im September wurde im Petersdom ein „Raum des Zuhörens“ geschaffen. In einer schlichten Kabine im linken Seitenschiff kann man Priestern, Ordensleuten und Laien sein Herz ausschütten über Probleme und existenzielle Fragen. Damit reagierte der Vatikan auf die Besuchermassen, die nicht nur aus frommen Pilgern bestanden. Bis zur Schließung der Pforte am 6. Januar waren es 33 475 369 Pilgerinnen und Pilger. Im Jahr 2000 kamen „nur“ 25 Millionen Menschen, beim Heiligen Jahr der Barmherzigkeit 2016 waren es 20 Millionen. Gigantisch waren auch die Zahlen beim Heilig-Jahr-Treffen der Jugend: Anfang August versammelten sich südöstlich von Rom laut Veranstalter 1,2 Millionen junge Menschen, um sich, den Papst und ihren Glauben zu feiern.
Im Heiligen Jahr seien die Menschen nach Rom gekommen, um am Grab des Apostels Petrus zu beten und ihre Bindung an Christus zu bestätigen. „Dies erinnert uns daran, dass unser ganzes Leben eine Reise ist, deren letztes Ziel Raum und Zeit übersteigt, um sich in der Begegnung mit Gott in der vollkommenen und ewigen Gemeinschaft mit ihm zu vollenden.“ Das Durchqueren der Heiligen Pforte mit Gebet und Bitte um Ablass für die Sündenstrafen gehöre zu dieser „Begegnung zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen“.
Jetzt im Alltag Hoffnung verbreiten, wo Hass regiert
Dass für Christen der Weg nach dem Heiligen Jahr nicht zu Ende ist, betont auch der Heilig-Jahr-Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Rolf Lohmann. Er sagt: „Es geht weiter! Das Heilige Jahr wirkt länger als es gedauert hat.“ Die Pilger sollten nun das, was sie im Heiligen Jahr erlebt hätten, in ihren Alltag tragen; sie sollten Hoffnung verbreiten, wo Hass, Verzweiflung, gezielte Desinformation, Ungerechtigkeit und Zukunftsangst regieren.
Zudem hat Leo XIV. für 2033 ein „Heiliges Jahr der Erlösung“ angekündigt, in Erinnerung an Tod und Auferstehung von Jesus Christus vor 2000 Jahren.