Kopfreliquie von St. Apollinaris:1826 kehrte das Haupt zurück

Remagen. Seit mindestens 1386 sind Wallfahrten in die Stadt im Norden des Bistums nachgewiesen – zum Sarkophag mit den sterblichen Überresten des frühchristlichen Märtyrers, dem zu Ehren der Berg mit den Reliquien wenig später auch kurzerhand den Namen des Heiligen erhielt.
Aber bereits Ende des 14. Jahrhunderts gab es Streit um die Gebeine von St. Apollinaris zwischen dem Jülicher Herzog und dem Abt der damals für Remagen zuständigen Benediktinerabtei Siegburg. 1384 raubte Wilhelm I. von Berg einen Teil der Reliquien, brachte sie in die Kirche St. Lambertus in Düsseldorf und ernannte den Heiligen zum dortigen Stadtpatron.
Schon früh gab es Streit um die Reliquien des Heiligen
Die Benediktiner brachten daraufhin die andere Hälfte der Gebeine nach Siegburg. Bis auf das Haupt – das hatte Ritter Gerhard von Einenburg bereits zuvor auf der Burg Landskrone bei Bad Neuenahr in Sicherheit gebracht.
Als sich 1794 die französischen Revolutionstruppen Remagen näherten, wurde zur Sicherung auch das Haupt nach Siegburg gebracht. Als Düsseldorf unter französischer Leitung stand, musste der Pfarrer von Siegburg 1812 nach anfänglicher Weigerung und unter Androhung von Strafe das Haupt nach Düsseldorf übergeben. Nach dem Rückzug der Franzosen weigerte sich Düsseldorf, das Haupt des Heiligen nach Remagen zurückzugeben. Erst ein heute noch vorliegender Brief des Bischofs von Trier an den Erzbischof von Köln führte am 25. Januar 1826 zur Rückgabe der Reliquie. Wie Unterlagen belegen, wurde die heimkehrende Prozession von vielen Gläubigen an der Stadtgrenze begrüßt und die Kopfreliquie zunächst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul aufbewahrt.
Fest „Klein-Apollinaris“ erinnert an die Rückgabe
An dieses freudige Ereignis erinnert bis heute rund um den Jahrestag der Rückkehr das Fest „Klein-Apollinaris“. Aber erst 1857 konnte das hochverehrte Haupt in die neu und aufwendig erbaute Apollinariskirche überführt werden. Der Zeitraum Ende Juli wurde fortan zum Termin für die „große“, mehr als einwöchige Apollinariswallfahrt im Sommer.
In diesem Jahr steht „Klein-Apollinaris“ im Zeichen der 200-Jahr-Feier und des Leitworts „Setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade!“. Die für den Apollinarisberg zuständige Klostergemeinschaft der „gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ hält an der Tradition fest und lädt die Bewohnerinnen und Bewohner von Remagen und Umgebung zur zweitägigen Feier am 24. und 25. Januar ein.
Mehrere Möglichkeiten, den Einzelsegen zu erhalten
Die Feierlichkeiten starten am 24. Januar um 17.15 Uhr mit dem Rosenkranzgebet, an das sich um 18 Uhr eine Messe mit der Erhebung des Haupts aus dem Sarkophag anschließt. Nach der Eucharistiefeier kann jeder Besucher einen Einzelsegen unter der Hauptreliquie empfangen. Ferner lädt die Gemeinschaft ins Kloster ein, um den Tag dort ausklingen zu lassen.
Das Festwochenende geht tags darauf um 9.45 Uhr mit dem Rosenkranz weiter. 10.30 Uhr beginnt eine weitere Eucharistiefeier. Danach besteht wieder die Möglichkeit, einen persönlichen Segen zu empfangen. Um 15 Uhr beginnt eine abschließende Pilgerandacht mit erneuter Segnung.