Wer Särge trägt, lernt vor allem eines: Wir haben unser Leben selbst in der Hand – bis wir es loslassen müssen. Oliver Fleischer erzählt als Sargträger von skurrilen und berührenden Momenten am Rand des Grabes und von Fragen, die sich dabei aufdrängen: Was bleibt am Ende wirklich? Was ist belanglos? Und warum verschwenden wir so oft Zeit, die uns noch bleibt? Er berichtet von Familien, die sich am offenen Grab nicht einigen können, was die Verstorbene gewollt hätte, oder von einer Tochter, die beim Abschied die falsche Playlist abspielt – vielleicht mit Absicht. Kuriose wie tief bewegende Erlebnisse, die mehr über ein Leben verraten als jede Grabrede. Humorvoll, ernst und tröstend richtet sich Fleischer an alle, für die es noch nicht zu spät ist – und er weiß: Am Ende zählt, was vorher war.
Buchtipp aus der „Paulinus”-Ausgabe 2/2026.